Sind Waldorfschulen die besseren Schulen?

Bei top-elternblogs.de habe ich einen Artikel gelesen, in dem darüber nachgedacht wurde, ob die Waldorfschule eine Alternative zu unseren staatlichen Schulen darstellen kann. Denn – und das gebe ich gerne zu – perfekt ist unser Schulsystem mit Sicherheit nicht. Warum ich dennoch denke, dass die Waldorfschulen keine gute Alternative sind, versuche ich hier zusammenzufassen. Geholfen bei diesem Artikel haben mir die entsprechenden Wikipedia-Artikel und ein ausführlicher Beitrag der GWUP (Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften).

Esoterik wohin man blickt

Den Besuch einer Waldorfschule sollte man sich meiner Meinung nach sehr, sehr gut überlegen. Möchte man sein Kind auf eine Schule schicken, die auf ein esoterisches Weltbild aufbaut? Wie soll das Kind wissenschaftlich-kritisches Denken lernen, wenn doch die Grundlagen der Anthroposophie keinerlei wissenschaftliche Fundierung haben?

Waldorf-Pädagogik ist eben mehr als "nur" eine Chance für Kinder die in Regelschulen aus welchen Gründen auch immer nicht in das Raster passen. Waldorf-Pädagogik bedeutet auch immer Antroposophie. Eine Vorstellung von Karma und Reinkarnation ist Teil dieser Pseudowissenschaft. Die Lehrer sind angehalten, das "Karma" des Schülers zu erkennen und darauf einzugehen. Dadurch besteht die Gefahr, dass das vermeintlich erkannte Karma (Zum Beispiel an der Art und Weise festgemacht, in der der Schüler auftritt) zur selbsterfüllenden Prophezeiung wird. 

Rudolf Steiner glaubte daran dass Atlantis existiert, und obwohl der Verband der freien Waldorfschulen abstreitet, das die Sage von Atlantis Teil des Unterrichtsinhaltes sei, war es für ein Fernsehteam des SWR Fernsehens noch 2006 kein Problem, in einem Epochenheft der Schule die Atlantislehre zu finden. Märchen als Tatsachen zu lehren halte ich für keine gute Sache.

Dem Lehrer ausgeliefert

Waldorf-Lehrer teilen die Schüler nach der Temperamentlehre ein, bei der jeder Schüler einem von vier Temperamenten zuordnen lässt. Diese Einteilung, die auf Hippokrates zurückgeht und 2500 Jahre alt ist, gilt in der Wissenschaft seit über einem Jahrhundert als zu starr und überholt. In Waldorfschulen bestimmt sie die Zusammensetzung der Klassen.

Die Unterrichtsmethoden in Waldorfschulen sind aus didaktischer Sicht bestenfalls als veraltet zu bezeichnen. Der vorherrschende Unterricht ist hier Frontalunterricht, weil Rudolf Steiner die Erzählung und bildhafte Tafelbilder als wesentliche Unterrichtsmethoden vorgesehen hat. Der heutige Lehrplan basiert bis auf einige Änderungen immer noch auf dem Lehrplan, den Rudolf Steiner 1919 entwickelt hat.

In Waldorfschulen unterrichtet ein und derselbe Lehrer eine Klasse voll acht Jahre lang. Es ist für einen Schüler nicht zwingend eine schöne Aussicht acht Jahre seines Lebens mit dem selben Klassenlehrer verbringen zu dürfen, wenn denn die Chemie zwischen Lehrer und Schüler nicht stimmen sollte. Acht Jahre sind für Kinder in dem Alter eine kaum zu überblickende Zeit. Zudem ist es nicht möglich durch Antipathie des Lehrers erhaltende schlechte Beurteilungen mit anderen Fächern mit besseren Lehrern auszugleichen. Ich denke jeder hatte in der Schule Lehrer die einen einfach nicht erreicht haben, obwohl sie vielleicht nicht einmal schlechte Lehrer waren. Wenn wir alle nur einen einzigen Lehrer gehabt hätten, und das dann auch noch der Lehrer gewesen wäre, der uns weniger gut erreicht, wäre das vermutlich nicht so gut für unsere Schulbildung gewesen.

Lehrer müssen alles können

Ein weiterer Aspekt ist, dass der Klassenlehrer während dieser acht Jahre fast alle Fächer unterrichtet. Dass es für eine Person alleine sehr schwer ist, soviel Fachwissen zu bündeln, scheint mir offensichtlich zu sein. Die staatliche Lehrerausbildung verlangt eine derart breite Ausbildung nicht einmal für die Grundschullehrer, die "nur" 4 Jahre die gleiche Klasse betreuen. Selbst in der Grundschule werden bei der Lehrerausbildung Schwerpunkte gesetzt. Auf Waldorfschulen sind die Lehrer 8 Jahre lang "Universalgelehrte".

Hinzu kommt, dass in Waldorfschulen keine Lehrbücher benutzt werden. Die Schüler legen auf der Grundlage dessen, was der Lehrer unterrichtet, Epochenhefte an, die im besten Fall eine Art selbst erstelltes Lehrbuch werden. Das erschwert es für die Lehrer zusätzlich, da sie auf sich allein gestellt sind und nicht auf Schulbücher zurückgreifen können. Dass die Ausbildung von Waldorflehrern nicht auf den anerkannten Universitäten erfolgt und mindestens von zweifelhaften Inhalten ist, macht diesen zentralen Status der Lehrer nur noch problematischer.

Besser als Noten?

Ich weiss auch nicht, ob die Art, in der in Waldorfschulen Schulnoten ersetzt werden wirklich erstrebenswert ist. Es wird nicht nur die Leistung sondern insbesondere der Charakter des Schülers beurteilt und im Zweifel kann so eine charakterliche Beurteilung den Schüler viel härter treffen, als es eine Ziffer je könnte. Je nach Sympathie des Lehrers und seiner Interpretation des Lernverhaltens, kann auch eine textliche Beurteilung durchaus "vernichtend" sein.

Alles in allem würde ich nicht empfehlen Kinder auf Waldorfschulen zu schicken, zu weitreichend könnten die Konsequenzen sein. Natürlich gibt es Eltern, die gute Erfahrungen mit Waldorfschulen gemacht haben, und nicht für jedes Kind wird so eine Schule zum Problem. Probleme können auch bei anderen Schulen auftreten. Aber ich denke, das Allheilmittel ist die Waldorfschule sicher nicht, und es gibt auch andere Schulkonzepte die es wert wären betrachtet zu werden. Jedes Schulkonzept sollte allerdings kritisch hinterfragt werden. Ein Konzept das auf einem esoterischen Weltbild beruht, eignet sich in meinen Augen jedenfalls nicht, ein Kind zu einem wissenschaftlich-kritisch denkendem Menschen zu erziehen.

Natürlich ist ein Blogeintrag vom Umfang her meistens begrenzt, und deshalb konnte ich meine Kritikpunkte nur knapp anschneiden, ich würde mich also freuen, wenn wir in den Kommentaren einzelne Aspekte vertiefen würden, die ihr anders seht, oder zu denen ihr Fragen habt.

Kommentare

Siehst du, all das wusste ich gar nicht! Ich danke dir deshalb ganz herzlich für den Einblick in die Waldorfpädagogik.
Ich hätte nie angezweifelt, dass die Lehrer an Waldorfschulen die gleiche Ausbildung haben wie die Lehrer an staatlichen Schulen. Dass Waldorf esoterisch ist, wusste ich auch nicht.
Insofern kommt Waldorf als Alternative zur normalen Schule wohl doch nicht in Betracht. Schade. ich dachte, Waldorf wäre das "Allheilmittel", wenn man unzufrieden ist mit Leistungsdruck und Noten.
Nun ja, dann muss ich wohl noch weiter recherchieren, welche Bildungskonzepte es noch gibt...
LG Anne

Fairerweise muss man dazu sagen, dass es auch Lehrer gibt die "richtig" Lehramt studiert und ein Fernstudium für Waldorfpädagogik ergänzt haben. Das gilt aber bei weitem nciht für alle Waldorflehrer. 

Viel Glück bei der Suche nach dem passenden Konzept. Ich bin schon etwas raus aus dem Thema, aber spontan fällt mir ein, das man sich andere reformpädagogische Konzepte angucken könnte. Dazu gehören unter anderem die Montessori Schulen.

Es ist aber auch immer eine gute Idee sich die sogenannten Regelschulen genau anzuschauen, denn auch hier hat jede Schule ein anderes Konzept, und viele Ansätze die zum Beispiel in der Laborschule Bielefeld entwickelt wurden fliessen soweiso immer mehr in herkömmliche Schulen ein.

Zunächst einmal auch dir Danke für deinen Kommentar. Du suggerierst, dass mein Artikel Unwahrheiten enthält. Wenn das so ist, würde ich die gerne korrigieren. Kannst du mir sagen, welche Teile meines Artikels du meinst, wenn du schreibst, das man nicht alles glauben sollte? Ich bin gerne bereit dir meine entsprechenden Quellen zu geben, und sollte sich herausstellen, dass ich Unrecht habe, räume ich das mit Freuden ein.

Ich halte es nicht für hilfreich, auf die Website der freien Waldorfschulen zu verweisen, da ich nicht denke, dass es dort objektive Informationen gibt. Wenn ich einen Homöopathen frage, ob Homöopathie wirkt, wird der auch behaupten, dass sie wirkt. Das macht es aber nicht richtiger. Dass die Website der Waldorfschulen positive Dinge schreibt, ist wenig überraschend, wie ich finde.

Du sprichst da wichtige Punkte an, über die man sich wirklich klar werden sollte wenn man eine Waldorfschule in Betracht zieht.
Zum Punkt Esoterik möchte ich aber dennoch was sagen. Nicht jede Waldorfschule kann als esoterisch abgestempelt werden, da gibt es durchaus Unterschiede. Es gibt Waldorfschulen, die da wirklich eine sehr esoterische und alternative Linie fahren und sehr strikt an Steiners Anthroposophie festhalten. Es gibt aber auch Waldorfschulen, die die Meinung vertreten, dass Steiners Ansichten teilweise doch sehr veraltet sind und es sicherlich in seinem Sinne wäre sich der Gegenwart anzupassen. Diese Schulen sind meist viel "liberaler" und lehren nicht so Sachen wie Atlantis. Es lohnt sich also Erkundigungen über die betreffende Waldorfschule einzuholen.
Frontalunterricht gab es an meiner Schule damals in den ersten 4 Klassen eigentlich nicht. Vielleicht auch von Schule zu Schule verschieden?

Und was man auch anmerken sollte: Waldorfschulen verlangen oft sehr viel Engagement von den Eltern. Dessen sollte man sich auch bewusst sein.

Vielen Dank auch für deinen Kommentar. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass sich die Ausprägung der Esoterik von Schule zu Schule und wahrscheinlich sogar von Lehrer zu Lehrer unterscheidet. Festzuhalten ist aber, dass die Grundlage dieser Schulen eben die Antroposophie ist, die nach wissenschaftlichen Massstäben als Esoterik gelten kann.

Natürlich ist es mir nur möglich, das ganze von aussen zu betrachten. Deine Innenansicht ist vielleicht eine andere. Ich kann die Schulen nur auf Grundlage ihrer Betrachtung in der Literatur beurteilen, und bin mir nicht sicher inwiefern anekdotische Erfahrungen hier weiterhelfen.

Hallo!
Es tut mir wirklich leid, das sagen zu müssen, aber ich bin schon über deinen ersten Absatz gestolpert. Wikipedia-Informationen als Grundlage für eine Meinungsbildung?! Fragwürdig.

Aber bevor ich deine Aussagen kritisiere (in einigen vielleicht Punkten auch unterstütze) sollte ich mich erstmal vorstellen. Mein Name ist Franziska, ich bin 16 und seit der ersten Klasse auf einer Waldorfschule. Beim Waldorfpädagogik-kritisieren bin ich ganz vorne mit dabei, trotzdem würde ich einiges von dem, was du schreibst, doch in Frage stellen. Fakt ist (wie mein Vorkommentator schon sagte): jede Waldorfschule ist anders und so wie in allen Schulen hängt immer auch viel von den Lehrern ab. Ich bestreite nicht, dass in einigen Waldorfschulen merkwürdige Dinge ablaufen, aber das sollte man nicht direkt auf alle Waldorfschulen übertragen.

1.) "Waldorf-Pädagogik bedeutet auch immer Antroposophie." Es ist richtig, dass die Lehre Rudolf Steiners Bestandteil der Waldorflehrer-Ausbildung ist. Im Unterricht selbst ist sie aber nie Thema. Und ich erinnere mich an kein Atlantis im Unterricht...

2.)Die Temperamentenlehre ist unabstreitbar veraltet, aber immerhin ein Versuch, der Persönlichkeit jedes Kindes gerecht zu werden. Das klappt von Lehrer zu Lehrer unterschiedlich gut, ich persönlich hatte immer das Gefühl, dass meine Lehrer mich sehr gut einschätzen können, was mir oft zu Gute kam. Insgesamt finde ich es erstmal löblich, dass sich die Waldorfpädagogik für mehr als das Hirn eines Schülers interessiert.

3.)Klar, Frontalunterricht ist die üblichste Unterrichtsmethode in Waldorfschulen. Ein Punkt, den ich auch gerne kritisiere. Man muss fairerweise aber auch sagen, dass viele Staatsschullehrer ebenfalls so unterrichten.

4.) Das Thema Klassenlehrer wird momentan in der Waldorfwelt heiß diskutiert. Es ist in der Realität aber nur sehr selten so, dass eine Klasse wirklich 8 Jahre lang denselben Lehrer hat. Ich zum Beispiel hatte in meinen ersten 8 Jahren 3 verschiedene Klassenlehrer, meine Parallelklasse ebenfalls. An vielen Waldorfschulen ist es außerdem Gang und Gäbe, dass besonders in der 7. und 8. Klasse einige Fächer von fachlich besser ausgebildeten Oberstufenlehrern gelehrt werden, weil die Klassenlehrer es sich selbst nicht zutrauen (ja, das gibt Anlass zu berechtigten Zweifeln an der Zeitgemäßigkeit der Klassenlehrertheorie).

5.) Natürlich kann ein Lehrer auf Schulbücher zurückgreifen. Nur die Schüler können es nicht. Ich finde das aber, im Gegenteil, sehr gut. Beim Erstellen eines Epochenhefts verinnerlicht man den Stoff doch viel eher, als beim schlichten Lesen. Das ist sogar wissenschaftlich bewiesen. Außerdem ist es immer schön, sich die alten Hefte nochmal durchzulesen, an ihnen kann man auch den eigenen Fortschritt ablesen, Entwicklungen erkennen. In Epochenheften archivieren wir alles, was wir in den Unterrichtseinheiten lernen. In Form von Diktaten, abgeschriebenen Texten, selbstgemalten Bildern, Karten, aber auch vielen Aufsäzten. In höheren Klassenstufen suchen sich die Schüler in der Regel das Material auch aus anderen Quellen (sprich: Internet ;)). Bei der zur Hilfeziehung unterschiedlicher Quellen sollte man doch eigentlich am besten wissenschaftlich-kritisches Denken erlernen, oder?

6.)Noten. Ein leidiges Thema. Ich finde deine Wortwahl im Zusammenhang mit der Bewertung von Waldorfschulen falsch. Es wird nicht unser Charakter bewertet. Wahrscheinlich hast du noch nie ein Waldorfzeugnis gelesen. Oder gar mehrere. Es wird nicht der Charakter eines Schülers bewertet. Generell würde ich gerne von dem Wort "Bewertung" abrücken. Waldorfzeugnisse sind mehr ein Report, der Entwicklung und Potenzial eines Schülers aufzeigt. (Im Idealfall zumindest, das bekommt natürlich nicht jeder Lehrer hin.) Der Lehrer berichtet vom Sozial- und Lernverhalten des Schülers, den Unterrichtsinhalten und ob der Schüler das Klassenziel erreicht, ihm voraus oder hinterher ist. Ein Waldorfzeugnis soll immer positiv klingen. Das ist nicht nur schmeichelnd beim Lesen, sondern ich als Schüler fühle ich mich auch sehr gut wahrgenommen, ernst genommen und bin eben keiner Bewertung ausgesetzt. Meine persönliche Meinung: Waldorfzeugnisse motivieren ohne Druck auszuüben, was vielen Schülern sehr viel Chancen bietet.

Du siehst, ich kann nicht wirklich mit dir übereinstimmen. Für einen Anti-Waldorfbeitrag finde ich ihn aber sehr reflektiert und besonders dein Verweis darauf, dass kein System unfehlbar ist, versöhnt mich schließlich ein bisschen mit deiner Meinung.

Auf deinen letzten Absatz würde ich aber gerne auch noch eingehen. Das selbsternannte Ziel der Waldorfpädagogik ist, jeden Schüler auf das Leben vorzubereiten, ihm Selbstvertrauen zu geben und die jeweiligen Stärken auszuarbeiten. Was mich betrifft, würde ich sagen, dass das gelungen ist.
Natürlich ist die Waldorfschule nicht für jeden die ideale Schulform, weil wir eben doch alle unterschiedlich sind. Aber verderben wird die Waldorfschule eure Kinder wohl nicht :)

LG Franzi von www.halbhippie.wordpress.com

Hallo Franzi,

danke für deinen wirklich ausführlichen Kommentar. Das Gerücht, dass Wikipedia nicht zur Meinungsbildung taugt, hält sich ja kräftiger als ich dachte. Warum das so sein sollte, würde mich mal interessieren. Woher die Informationen kommen kann man ja in den Quellen der Artikel wunderbar überprüfen. Aber das ist wohl ein eigenes Thema.

1.) Es mag stimmen, dass die esoterische Weltsicht nicht unbedingt Teil des Unterrichts ist, das kann ich von aussen auch gar nicht beurteilen, aber meine Kritik ist da etwas fundamentaler: Ich möchte nicht, dass mein Kind von jemandem unterrichtet wird, der an wissenschaftlich nicht fundierte Esoterik glaubt. Aus dem selben Grund halte ich auch nicht besonders viel von kirchlichen Schulen.

2.) Naja, der Charakter eines Schülers entsteht ja im Gehirn, und davon abgesehen glaube ich auch, dass es wohl in jeder Schule so ist, das es von Lehrer zu Lehrer unterschiedlich ist wie gut er auf die Schüler eingeht.

3.) Auch das kommt wohl auf die Schule an, ich glaube aber dass in staatlichen Schulen zumindest der Wille da ist, das zu ändern, weil man eigentlich weiss, dass es bessere Methoden gibt.

4.) Das ist schön, dass an dieser Stelle zumindest diskutiert wird. Denn auch wenn der Klassenlehrer wechselt ist es ja so, dass zumindest zeitweise nur ein Lehrer mit der Klasse arbeitet. Gerade der Wechsel in verschiedenen Fächer ermöglicht in meinen Augen aber, das jeder Schüler einen Lehrer finden kann mit dem er sich versteht. Und das müssen ja auch nicht bei allen Schülern die gleichen Lehrer sein.

5.) Das führt aber dann doch dazu, dass man dem Lehrer erstmal vertrauen muss oder? Ich war als Schüler immer froh im Schulbuch überprüfen zu können, ob das was mir mein Lehrer beibringen will mit den Tatsachen übereinstimmt. Aber gut, dass könnte man wohl auch im Internet.

6.) Ich habe nur Auszüge aus Waldorfzeugnissen als Beispiele gelesen, habe mich in meinem Artikel aber vor allem auf Aussagen von Prof. Dr. Klaus Prange gestützt, der die Zeugnisse wie von mir dargestellt beschreibt.

Ich weiss nicht, ob die Waldorfschulen pauschal ihren Schülern schaden, das glaube ich nichtmal. Aber ich weiss, dass die Art und Weise wie auf den Schulen gelehrt wird für meine Kinder nicht in Frage kommt. Und ich finde, dass Waldorfschulen zu oft als "bessere Alternativschule" angepriesen werden, und viele Leute gar nicht so genau wissen, was eigentlich dahinter steckt.

Hallo Franzi, ich bin Mudder, die Frau von Vadder. Ich kann dir nur sagen, es ist eine Freude dir zuzuhören. Ich selbst könnte für mich auch nicht so deutlich sagen, dass eine Waldorfschule für meine Kinder nicht in Frage kommt. Blöd nur, dass Vadder und ich die selben Kinder haben. 

Hallo Mudder, vielen Dank und ja, das ist wirklich blöd :) aber wenn ein Elternteil nicht überzeugt von der Waldorfidee ist, oder sie sogar ablehnt, ist es wahrscheinlich nicht sehr empfehlenswert, die Kinder dennoch auf einer Waldorfschule anzumelden, denn wer geradezu nach Fehlern sucht, wird selbstverständlich ausreichend finden und Waldorfschüler müssen sich schon genug von außen anhören, da muss nicht noch der eigenen Vater rumnörgeln ;)
Außerdem stimmt es, dass von Waldorfeltern viel Engagement erwartet wird. Wird ein Kind von zuhause aus nicht gefördert, wird es in einer Waldorfschule wahrscheinlich nie lesen lernen. Dafür aber stricken, häkeln, handwerken, Theater und Flöte spielen, zeichen, singen und vieles mehr!
In meinem vorangegangenen Kommentar bin ich fast nur auf den Artikel deines Mannes eingegangen, habe also versucht sachlich einiges zu widerlegen bzw. zu bestätigen. Das ist insofern schade, als dass ich dadurch viele schöne Dinge, die die Waldorfschule ausmachen, gar nicht unterbringen konnte. Das sind nämlich Dinge, die nichts mit Lernmethoden oder Bewertungssystemen zu tun haben, sondern auf einer emotionaleren Ebene stattfinden. Umfragen bestätigen, dass Waldorfschüler sehr viel lieber zur Schule gehen und sehr viel seltener Angst vor ihr haben, als Staatsschüler. Das liegt, denke ich, daran, dass an Waldorfschulen ein-gutes-Gefühl-vermitteln genauso zu den Aufgaben der Pädagogen gehört wie interessante Unterrichtsinhalte. Dazu tragen schon die äußerlichen Umstände bei: schöne Gebäude in warmen, freundlichen Farben, viel aus Holz, überall hängen selbstgemalte Aquarell-Bilder, der grundsätzlich große Schulhof ist grün, es gibt viele Spielgeräte.
Es ist kein Gerücht, dass an Waldorfschulen viel "für die Seele" getan wird. (Ob man das jetzt zu den Aufgaben einer Schule zählt, ist jedem selbst überlassen). Ich erinnere mich gerne an lange Waldspaziergänge in der Grundschulzeit, an erste Erfahrungen auf der Bühne mit im Unterricht einstudierten Gedichten und Liedern, an Auftritte mit dem Orchester, an selbstorganisierte Weihnachtsbasare, an eine 5-tägige Wanderung in der 5. Klasse, eine Klassenfahrt nach Juist anlässlich der Astronomie-Epoche in der 6. Klasse, an 10 Tage Waldarbeit in der 7. Klasse, eine Kanutour in der 8. Klasse, an mein Pflicht-Praktikum auf einem Bauernhof in der 9. Klasse, an 2 Monate Theater spielen mit 50 Klassenkameraden und das 1 2/2stündige Endergebnis unserer Arbeit. Waldorfschule bietet als Unterrichtsinhalt das, was man an Staatsschulen in AGs machen kann. Aber es hat mich soviel weitergebracht, dass ich genötigt wurde Dinge auszuprobieren, die mich überhaupt nicht interessieren und die ich auch nie wieder machen werde. Dazu gehört Schmieden, Holzwerken, Sticken genauso wie Leichtathletik und Physik, ganz zu schweigen von Eurythmie.
Ich bin mehr so der Typ für humanistische Fächer und Sprachen, mit Mathe komme ich noch klar, aber für Chemie und Physik kann ich mich beim besten Willen nicht begeistern. Und ich bin eine sehr gute Schülerin - zumindest was die Hauptfächer angeht.
Ich könnte ewig über meine Schule schwärmen, aber das ist vielleicht nicht so ganz angebracht. Deshalb nur noch ein letzter Punkt, der mir aber ganz besonders wichtig ist: Waldorfschulklassen setzen sich aus Schülern mit ganz unterschiedlichen Begabungen, Lerntempi und Persönlichkeiten zusammen. In meiner Klasse sind zwei Schüler mit Legasthenie, viele sind auf Realschul- bis Gymnasialabitur und es gibt auch Schüler, die sehr leistungsstark sind. Bei so einer Zusammensetzung ist es für den Lehrer natürlich schwierig allen gerecht zu werden, aber das will ich an dieser Stelle nicht diskutieren. Die Waldorfschule ist eine echt Gesamtschule - wir Schüler werden bis zur 11. Klasse nicht differenziert. Kleinen Kindern ist es egal, ob jemand "schlau" oder "dumm" ist, sie spielen halt miteinander oder nicht. Nach elf Jahren kenne ich jeden meiner Mitschüler sehr gut, seine Familie, seine Vergangenheit, seine Stärken und Schwächen. Was so toll daran ist: Ich lerne, auch meine vermeintlich schwächeren Mitschüler zu respektieren und verstehe, dass sie mir in vielem überlegen sind, auch wenn unsere Englisch-Noten etwas anderes besagen. Jemand, dem ich bei Deutsch helfe, wird mir erklären, wie ich in der Schmiede diese oder jene Maschine betätigen muss. Das hat mich in Sachen Sozialkompetenz sehr viel weitergebracht.

Meine Schulzeit war und ist toll. Ob das allein an der Waldorfschule liegt - möglich. Ich werde für meine Kinder eine schöne Waldorfschule finden, wenn es bis dahin noch nichts besseres gibt :)
LG Franzi

Es geht gar nicht darum, dass es auf Grundlage eines Artikels von Wikipedia ist, mich stört eher, dass es EIN ARTIKEL ist, aber eben keine Berichte aus erster Hand oder noch besser eigene Erfahrung, die die Meinung bilden. Aber das ist jetzt auch nicht so wichtig.

Deine skeptische Haltung zu Lehreinrichtungen, die von Verbänden mit esoterischen Grundsätzen geführt werden, verstehe ich ziemlich gut, aber
1.) sind nicht alle Waldorflehrer Antroposophen und 2.) wird man auch an Staatsschulen mit Lehrern zu tun haben, die eine nicht wissenschaftlich fundamentierte Weltanschauung haben.
Bei Punkt 2 werden wir wahrscheinlich nicht übereinkommen, weil ich davon überzeugt bin, dass die Persönlichkeit eines Menschen eben gar nicht erst entsteht, sondern angeboren ist und sich nur weiterentwickelt, aber egal.

Punkt 3: da muss ich dir leider recht geben, würde aber gerne noch hinzufügen, dass es dafür an Waldorfschulen auch Unterrichtsarten gibt, die so an Staatschulen nicht vorkommen. Klassenspiele in der 8. und 12. Klasse zum Beispiel, viele unterschiedliche Praktika, Arbeit im Schulgarten etc.

Was du zu 4 sagst, kann ich so stehen lassen :D
5.) Hm... einerseits ja, Lehrer könnten da ziemlich viel Quatsch erzählen, aber andererseits davon auszugehen, dass das, was im Schulbuch steht, immer richtig ist?! (Ich hab nie mit deutschen Schulbüchern gearbeitet, bin momentan allerdings für ein Jahr in Russland und was hier manchmal als Fakten dargestellt wird, ist gruselig. VIelleicht bin ich aber dadurch auch zu paranoid geworden und man darf Russland und Deutschland in diesem Fall nicht miteinander vergleichen.)

Zu den Zeugnissen muss ich sagen: im Prinzip hast du Recht, eine ausführliche schriftliche Bewertung des Charakters eines Schülers kann wirklich sehr viel schlimmer sein als eine Note. Aber 1.) ist es ein Grundsatz von Waldorfzeugnissen, dass sie positiv, aufbauend formuliert sein müssen, 2.) wird jedes Fach vom jeweiligen Lehrer geschrieben und von vielen anderen überprüft (wie an allen anderen Schulen auch). Auch Noten sind nicht immer fair und in die Bewertung,ganz egal ob von Leistung oder Charakter, fließt immer mit ein, ob man den zu bewertenden persönlich mag oder nicht. Insbesondere Leistung wird von unterschiedlichen Personen häufig auch ganz unterschiedlich bewertet, das belegen Studien (http://www.zeit.de/2006/25/Noten_xml)

Waldorfschulen sind nicht pauschal besser als andere Schulen. Sie sind aber auch nicht schlechter und für manche wahrscheinlich genau das richtige.

Ich weiß, dass das Prinzip der waldorfschule für viele Menschen nicht das richtige für ihr Kind z.B. ist. Und in einigen Punkten kann ich diesem Artikel auch nur zustimmen, jedoch finde ich, dass das Thema Waldorf sehr einseitig beleuchtet wird.
Wie gesagt, vielen Punkten stimme ich zu, jedoch gibt es dazu auch meist eine positive Seite.
Was zum Thema Zeugnis geschrieben wurde kann ich kann ich jedoch überhaupt nicht unterstützen.
Das Zeugnis wird stehts in einem freundlichen Ton gehalten, auch wenn es an die Kritik geht.
Zudem ist es gar nicht vorgesehen, dass die Schüler Einblick in ihr Zeugnis bekommen bevor sie in die vierte oder fünfte Klasse kommen (natürlich können Eltern ihren Kindern auch schon vorher zeigen was drin steht).
Ich bin auf eine Waldorfschule und war nicht immer die perfekte Schülerin. Aber ich muss sagen die Kritik, die ich lesen konnte hat mir mehr gebracht als bloß eine schlechte Note.
Ich wusste wo meine Fehler lagen und konnte daran arbeiten.

Sehr interessante Diskussion.
Bei uns in Bayern unterrichten Lehrer nur zwei Jahre in der Grundschule, dann wird gewechselt. Die Lehrer sind auf ihre Jahrgänge festgelegt und obwohl die Lehrerin meines Sohnes der Pensionierung extrem nahe ist hat sie in all den Jahren diverse Dinge immer noch nicht gelernt. Die Wissenslücken und Falschinfo´s müssen die Eltern ausbügeln. Wer das nicht kann oder nicht überprüft... Arme Kinder. Staatliche Schule übrigens.
Auch bei einigen anderen Lehrern frage ich mich manchmal welche Infoquellen sie nutzen. Da läuft schon mal was schief.

Die Kritik an Wikipedia teile ich.
1. Kann dort jeder schreiben was er meint und bis Fehler korrigiert werden sind die Info´s dort lesbar.
2. Quellen sind zwar angegeben aber Vollständigkeit nicht garantiert.
3. Teilweise kommen einfach Info´s nicht nach trotz vorhandener Quellen.

Was Franziska über die Zeugnisse schrieb gefällt mir. Auf Grund des neuen Lehrplans hat unsere Grundschule ebenfalls angemerkt das Zeugnisse offensichtlich nicht passen. Ersatzweise gibt es jetzt Lehrnentwicklungsberichte, die mit dem jeweiligen Schüler besprochen werden. Klingt mir sehr Waldorf-ähnlich.

Egal welche Schule, die Persönlichkeit eines Lehrers spielt immer auch eine Rolle im Unterricht. Meine Tochter die ein Gymi besuchte das sehr stolz darauf war an der Aktion "Schule ohne Rassismus" teil zu nehmen hat dennoch Lehrer mit eindeutig rassistischen Tendenzen gehabt. Die Ausbildung und der jeweilige Ausbildungsort sagen nichts aus, ebenso wenig die Schulform und auch Schulbücher sind kein Garant für wissenschaftlich korrekte Inhalte.

Es geht in staatlichen Schule vielleicht nicht um Anthroposophie, aber darum Kinder in eine bestimmte Bahn zu lenken. Zur Zeit des Nationalsozialimus war es deren Gedankengut, jetzt ist es der aktuelle Freund-Feind-Überblick und wenn die Politik wieder kippt, so wie das bei den derzeitigen Wahlergebnissen aussieht, sind wir ganz schnell mit den Unterrichtsinhalten wieder 80 Jahre zurück.

Aus diesem Grund kritisiere ich die Existenz der Schulpflicht und würde mir wünschen das sie statt dessen in eine Bildungspflicht umgewandelt wird, bei der die Eltern selber wählen können wo, wie und von wem ihre Kinder unterrichtet werden.

Danke für deinen Kommentar. Im Gegensatz zu dir bin ich ein großer Befürworter der Schulpflicht. Warum? Nicht weil ich denke, dass die Schule bei allen Kindern immer die beste Möglichkeit ist Bildung zu vermitteln. Aber durch die Schulpflicht ist sichergestellt dass wir als demokratische Gesellschaft zusammen entscheiden was unterrichtet wird und wie es unterrichtet wird. Damit bin ich im Detail auch nicht immer einverstanden, halte es aber immer noch für die bessere Alternative als es allen Eltern frei zu stellen wie und wo ihre Kinder gebildet werden. 

Konkret glaube ich nämlich, dass die Aufhebung der Schulpflicht vor allem von Eltern mit Vorstellungen gefordert wird, die gesamtgesellschaftlich nicht haltbar sind. Die Fälle von Problemen mit der Schulpflicht von denen ich gehört habe waren fast ausnahmslos religiöse Fundamentalisten die ein Problem damit hatten, dass ihre Kinder in der Schule lernen, das der Mensch und alle anderen Lebewesen sich durch Evolution entwickelt haben, und die gerne möchten, dass ihre Kinder lernen, dass ein höheres Wesen das sie "Gott" nennen alle Lebewesen in sieben Tagen erschaffen hat. Daraus schliessen sie dass die Erde auch nicht viele Milliarden Jahre alt ist sondern viel jünger. Ich finde es gut, dass wir als demokratische Geselleschaft uns dazu entschieden haben, auch Kinder von Eltern die so ein Gedankengut haben mit wissenschaftlich fundierteren Informationen zu versorgen. Dafür nehme ich dann auch gerne in Kauf, dass der Unterricht den die Kinder bekommen vielleicht nicht immer in allen Punkten optimal ist. Dass ist für mich das deutlich kleinere Übel.

Deine Befürchtung, dass wir beim Kippen der Politik auch bei den Unterrichtsinhalten zurückfallen, teile ich durchaus, ziehe daraus aber den Schluss dass wir dafür sorgen müssen, dass die Stimmung im Land eben nicht kippt. Und glaubst du denn, dass bei nicht vorhandener Schulpflicht die Eltern, die Gedankengut wie vor 80 Jahren pflegen und dafür sorgen, dass die Politik nach rechts kippt ihre Kinder nicht auch ohne Schulpflicht mit ihrem Gedankengut indoktrinieren? Und das dann sogar schon tun, bevor es eigentlich schon zu spät ist?

Die Eltern werden ihre Kinder ohnehin indoktrinieren. Nur Lehrer haben wesentlich mehr Macht.
Mal davon abgesehen das ich meine den Menschen muss es freigestellt sein, was sie glauben, habe ich ein Problem damit das in Schulen nur breites Mittelmaß produziert wird. Stärken werden ebenso wie Schwächen nicht weiter beachtet.98% der Mädchen haben Probleme mit Mathe. In einer "normalen" Schule ist Frust, schlechte Noten, etc. vorprogrammiert. Wie viele Schüler haben keinen Bock auf Schule? Es wäre notwendig hier einzugreifen. Man muss die Schüler da fördern wo es notwendig ist und da wo sie Stärken haben sollten diese genutzt werden, aber beides fällt durchs Raster. Ohne Schulpflicht kann man Stärken und Schwächen richtig angehen und so insgesamt ein besseres Ergebnis erzielen.
Das wir demokratisch entscheiden was und wie unterrichtet wird, würde ich nicht unterschreiben. Das fängt schon damit an das ich es nicht befürworte das Lehrer nach Notenschnitt statt nach Fähigkeit eingestellt werden. Ich wünsche mir Lehrer die Kinder den Unterrichtsstoff vermitteln können, so das die ihn verstehen,Lehrer die gern ihren Job machen und denen daran gelegen ist den Schülern etwas beizubringen.
Es wird von oben herab entschieden und ob man 42,5% als Mehrheit betrachtet ist auch eine Frage die nicht gestellt werden darf.

Bildungspflicht heißt ja nicht, das jeder Hinz und Kunz sich als Lehrer bezeichnen und unterrichten kann. Aber es heißt das ich mein Kind entsprechend seiner Stärken und Schwächen unterrichten lassen kann. Es heißt, das ich die Lerngruppe wechseln kann wenn es Probleme zwischen Schüler und Lehrer gibt. Das ich selber entscheiden kann ob ich mein Kind in einen Chemieunterricht stecke wo alles theoretisch abgehandelt wird, oder in einen wo der Lehrer Versuche macht. Das ich wählen kann ob mein Sohn Baumarten auf dem Papier lernt oder ob er in den Wald geht und die Bäume real betrachtet.

Weißt du, ich habe drei Kinder in der Schule und eines im Kindergarten. Ich höre von vielen Eltern so viele Beschwerden über die Schule, wie unzufrieden sie sind. Aber alle scheinen zu meinen die Schulpflicht wäre alternativlos, dabei ist es relativ einfach: abschaffen und durch Bildungspflicht ersetzen. Ich habe auch meine eigene Schulzeit nicht vergessen. Ich erinnere mich an die guten und die schlechten Lehrer, an Tage an denen ich die Schule gehasst habe und jene die mir Freude machten. Ich würde mir wünschen das Schüler die Schule nicht mehr hassen müssen.

Ich denke vor allem, dass jeder glauben darf was er will.
Bildungspflicht heißt ja nicht das jeder sich plötzlich als Lehrer ausgeben darf.

Die Schulpflicht zu kritisieren ist sehr einfach. Ich habe viel mit Eltern zu tun, die sich ständig über unterschiedlichste Dinge in der Schule ärgern. Leider meinen anscheinend alle es gäbe keine Alternative.

Eltern werden immer die Möglichkeit haben ihr Gedankengut an ihre Kinder zu geben, aber die Lehrer sind die entscheidenden Stellen.

98% aller Mädchen haben Probleme in Mathe. Sie sitzen in der Klasse mit jenen Schülern die Mathe können. Das ist auch mit anderen Fächern so. Frust, schlechte Noten, Schulangst, bis hin zum Suizid sind nicht unnormal. Viele schaffen das Klassenziel nicht, müssen einen niedrigeren Abschluss hinnehmen weil sie in ein, zwei Fächern nicht klar kommen.
Es kann nicht sein das nur Schüler weiterkommen deren Eltern finanziell in der Lage sind ausreichend Nachhilfelehrer zu besorgen und glücklich sind solche Schüler nicht. Gerade auf Gymnasien hat man größere Drogenprobleme als auf Hauptschulen.

In der Schule gibt es Lehrer die Kinder nur Texte vorlegen und statt den Stoff zu erklären verlangen sie das auswendig lernen der Texte und viele dann sogar die wortwörtliche Wiedergabe in den Klausuren. Ist das lernen?
Warum darf ein Kind nicht selber entscheiden welche zweite oder dritte Fremdsprache es lernen möchte, sondern muss akzeptieren was die Schule anbietet?
Müssen Schüler tonnenweise Zettel bekommen auf denen ihnen erklärt wird welche Baumarten es gibt und wie man sie unterscheidet oder geht es nicht auch das der Lehrer mit seiner Gruppe in den Wald geht und dort unterrichtet?
Ein Schüler, der mit einem Lehrer ein Problem hat ist dem ausgeliefert. Das kann viel ruinieren. Warum nicht einfach wechseln können?

In diesem Schulsystem geht es nicht darum Schwächen zu fördern und Stärken zu nutzen. Es geht um eine Beurteilung in Noten. Die Schwachen bleiben zurück. Dabei muss es keine Schwachen geben. Mann muss nur dieses Schulsystem abschaffen und allen Kindern die Möglichkeit geben so zu lernen wie sie es benötigen.

Mal ganz ernst gefragt: wie viele Menschen gibt es die in der Schule Probleme mit den Naturwissenschaften hatten und sich dann einen Job suchen, wo sie genau die brauchen?
Man sucht sich etwas mit Inhalten die man beherrscht oder etwas was man in der Schule nicht hatte.
Das schränkt die Möglichkeiten ein und nimmt den Schülern die Möglichkeit jeden Job zu machen den sie möchten.
Es wird jede Menge gelernt was vergessen wird und was die Schüler später nie wieder benötigen.
Noch ein Punkt: Lehrer werden nach Noten beschäftigt was viel zu oft zur Folge hat das Lehrer die den Stoff nicht erklären und die Schüler dafür interessieren können in der Klasse stehen, während Lehrer die diese Fähigkeit hätten keine Stelle bekommen.
Zusammengefasst: wir, als demokratische Gesellschaft entscheiden gar nichts. Die demokratische Gesellschaft ist unzufrieden mit der Schule und war es schon als sie selbst noch Schüler war. Es interessiert nur keinen von den Entscheidungsträgern.

Ich bin auch nach den ausführlichen Schilderungen noch nicht von deiner Meinung zu Schulpflicht überzeugt, tut mir leid. Ich bin weit davon entfernt unser Schulsystem optimal zu finden, denke aber wenn innerhalb der Schulpflicht sogar absurde Schulen wie die Waldorfschulen möglich sind, sollte es auch möglich sein, Privatschulen zu etablieren die deinen Vorstellungen entsprechen. 

Dafür die Schulpflicht abzuschaffen (die ja nicht die Pflicht ist eine staatliche Schule zu besuchen) halte ich für Kanonen auf Spatzen schiessen.

Auch deine Zusammenfassung unterschreibe ich so nicht, natürlich ist die Schule (welche eigentlich?) nicht perfekt und wird es wohl auch nie sein, aber so ist das mit Dingen die ausgehandelt werden, die sind immer ein Kompromiss verschiedenster Interessen, und das wird wohl auch immer so sein. Und Kompromisse neigen dazu nicht perfekt zu sein.

So, meine Kommentare sind also doch angekommen. Hab schon gedacht das I-Net hat sie gefressen*LOL
Privatschulen sind nur für Leute die sich diese leisten können.Aber du siehst ja bei dir: wenn eine Schule anders handelt als üblich wird sie als absurd verunglimpft. Dabei ist die Waldorfschule gar nicht so weit weg von anderen Schulen.
Der Schüler muss also weiter als Kollateralschaden des guten Willens betrachtet werden. Sehr traurig, aber so ist das leider.Da wo gehandelt werden muss ducken sich alle weg.

Privatschulen sind nur teuer, wenn die Betreiber der Schule das so wollen. Heimunterricht ist ja wenn er gewissen Mindeststandards entsprechen soll auch nicht umsonst.

Es geht mir nicht darum, dass die Waldorfschulen anders handeln als üblich, das tun Montesouri Schulen auch. Und die halte ich nicht für absurd. Ich finde schon, das eine Waldorfschule mit ihrer verqueren Esoterik und der Antroposophie, die nicht auf wissenschaftlichen Grundlagen basiert, sehr weit weg von Regelschulen ist. 

Es ist wie immer in der Politik: Wenn dir was nicht passt, versuche es zu ändern. Du kannst dir eine entsprechende staatlich anerkannte Schule suchen, du kannst eine entsprechend staatlich anerkannte Schule gründen (Geht ja bei Kindertageseinrichtungen auch als Elterninitiative).

Ein hohes Gut wie die Schulpflicht aufzugeben, weil unser Schulsystem nicht perfekt ist, halte ich weiterhin für falsch. Ohen Schulpflicht würden religiösen und politischen Extremisten die Chance geben, ihre Kinder so zu indoktrinieren, dass sie das was ihre Eltern ihnen eintrichtern nicht mal hinterfragen.

Schule ist kostenlos, warum sollte eine andere Variante kostenpflichtig sein?
Die Schulpflicht ist kein hohes Gut, sie ist unzeitgemäß und falsch. Da kann man wissenschaftliche Untersuchungen zum lernen ect. zugrunde legen.

Extremismus hat nichts, aber auch rein gar nichts mit Schulpflicht zu tun. Das erkennst du daran das die oberen der rechten Parteien in der Regel Abitur haben und ein Studium während die Mitläufer der Hauptschule entstammen und die Verlierer eben jenes Systems sind das du als hohes Gut bezeichnest.

Eine eigene Privatschule gründen- von den Schwierigkeiten das zu tun mal abgesehen- ändert nichts am Schulsystem/der Schulpflicht. Aber die muss weg, nicht eine Schule durch eine andere ersetzen, denn das produziert immer noch einen Haufen Verlierer und Privatschulen werden nicht wie Regelschulen bezahlt, also müssen die Betreiben Gelder von den Eltern nehmen um ihre Kosten zu decken. Auch das verlangt nach einem Umdenken.

Du versteifst dich auf die Anthroposophie der Waldorf aber die wird ohnehin gelehrt und bitte: wem tut sie weh? Die Schüler der Waldorfschulen haben ihren Platz in der Gesellschaft, selbst wenn sie überzeugt sind das Atlantis existiert hat. Es fällt im alltäglichen nicht auf und wenn dir dein Gegenüber nicht erzählt das es Waldorfschüler war, wirst du es vermutlich nicht aml merken. Es ist also unsinnig die Kritik darauf zu lenken.

Ich bin leider auf einer Waldorfschule seit der 6. Klasse.Bereue es sehr mich darauf eingelassen zu haben das meine mutter mich dorthin schickt.Ich suche zurzeit viel im Internet rum um meine Mutter von einem Schulwechsel zu überzeugen,dein Ausführlicher "Bericht" kam mir da grade recht^^.Ich möchte nur noch drei dinge hinzufügen:

1.Das Zeugniss ist für die eltern geschrieben und nicht für die schüler,warum auch immer denn wie sollen wir uns ohne Zeugniss verbessern?

2.Der Morgentliche Zeugnissspruch is aus meiner Sicht völliger Quatsch!Also falls du nicht weißt was ich hier sage z.b du bist an einem Montag geboren das heist dass du jeden Montagmorgen vor dem Hauptunterricht diesen Spruch sorechen musst damit du mal weist was in diesem Spruch drin steht hir mein alter Zeugnissspruch:

Komm mit zu dem Bach,
dort wollen wir lauschen
dem plätschern und rauschen
den Fröhlichen Wellen heiterem Spiel
sieh wie es ströhmet
schau wue es eilet
sie niemals verweilet
sie kennet ihr spiel
so lerne vom Bach
was dir im wege
Spornet dich an.

und dass soll laut den lehrern unser Zeugniss ersetzen?!?

3.Der hauptuntericht ist eine sehr komische art des lernens uch meine 4 Wochen lang z.b mathe 2 Stunden im Jahr? also ich komme damit überhaupt nich zurecht! Und mann hat überhauot keine Motivation zu lernen da man das Schuljahr so oder so schafft!

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