Mamas Welt: Der KITA Streik

Beim lieben Geld scheint sich wieder mal jeder selbst der Nächste zu sein, was ja momentan wieder für erheblichen Trubel sorgt. Die Lokführer streiken, was für enorme Zugausfälle und volle Straßen sorgt, die Postmitarbeiter streiken, die Briefkästen bleiben leer, tja und nun bleiben auch die Kindergärten leer. Ich frage mich immer wieder, Leute erkundigt ihr euch nicht vorher, wenn ihr einen Beruf ergreifen wollt, wie dieser bezahlt wird, wie die Ausbildung aussieht, welche Aufstiegsmöglichkeiten es gibt, wie die Arbeitsbedingungen sind. Wenn ich eine Ausbildung zur Erzieherin anstrebe, dann mache ich mir doch mal vorher Gedanken darüber, mit welcher Gehaltsklasse zu rechnen ist und rege mich nicht darüber auf, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Wenn man sich die Ausbildung der ErzieherInnen in Deutschland mal anschaut, kann man auch nicht mehr erwarten. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern in denen Erzieher sogar studiert haben müssen, steht Deutschland hinten an. Bei einer normalen Ausbildung von 3 Lehrjahren ohne Abitur, frage ich mich wirklich, was bitte wird erwartet? Solange die Qualifikationen der ErzieherInnen in Deutschland nicht steigen, warum mehr Gehalt? Klar, ich hätte auch gerne das Gehalt eines Hochschulprofessors, aber ich bin eben nur Sozialpädagogin und kein Prof. Dr. XY. Ich kann allen nur raten, macht euch vorher Gedanken über das, was ihr von eurem Leben erwartet und handelt entsprechend. Mir tun wirklich die Eltern Leid, die momentan jeden Tag aufs Neue überlegen müssen, wie Sie ihre Sprösslinge unterbringen. Nicht jeder kann auf eine liebe Oma oder eine nette Tante in der Nähe zurückgreifen, wenns mal Eng wird. Ferner kommt hinzu, dass Eltern auch, je nach Einkommen, eine Menge Kindergartenbeiträge zu zahlen haben. Diese Beiträge werden eben auch abgebucht, obwohl während des Streiks keine Betreuung zur Verfügung steht. Es kann auch keine Lösung sein, dass nun Notgruppen in den Kitas eingerichtet werden für Kinder, deren Eltern absolut keine Alternativunterbringen gefunden haben, und diese Notgruppen werden von netten Mamas und Papas betreut, die nicht arbeiten gehen. Da frage ich mich doch, wie sieht das aus mit dem Versicherungsschutz der Kinder, wenn diese von zwar sicher total liebevollen Ersatzeltern betreut werden, diese aber erst recht keine Ausbildung in der Betreuung von vielleicht gleich 10-15 Kindern haben. Wenn aus irgendeinem Grund ein Kind in dieser Notgruppe zu Schaden kommt, springt doch keine Versicherung ein. Meiner Meinung nach muss grundsätzlich darüber nachgedacht werden, ob ein Hochschulstudium für angehende ErzieherInnen in Deutschland etabliert wird. Natürlich steigen die Ansprüche an ErzieherInnen in den letzten Jahren, aber denen muss auch irgendwie begegnet werden! Die Sprachentwicklung der Kinder darf nicht zu kurz kommen, viele Kinder wachsen bilingual auf, oder haben eine andere Muttersprache als deutsch. Die kulturellen Unterschiede der Kinder in den Kitas werden größer durch Zuwanderung. Nicht zu vergessen der Ausbau der U3-Betreuung. Um das alles stämmen zu können, muss man ein Hochschulstudium absolvieren. Und solange die ErzieherInnen nicht dementsprechend ausgebildet werden, kann ich so Leid es mir tut, das ganze Kita-Streik-Heckmeck nicht nachvollziehen. 

Was ist eure Meinung dazu? Seid ihr auch betroffen und sucht verzweifelt eine Alternativunterbringung für euer Kind? Oder habt ihr vielleicht sogar in einem anderen europäischen Land studiert und könnt über die ErzieherInnenausbildung in anderen Ländern berichten?

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