Kontaminierte Kindergärten

Ich denke mal, die Erfahrungen die wir zur Zeit haben, machen alle Eltern mit Kindern in Kintergärten und Kindertageseinrichtungen. Ich kann mich kaum daran erinnern, dass in unserem Haushalt alle Familienmitglieder komplett gesund waren. Seit der Große im Kindergarten ist, ist eigentlich immer irgendjemand krank. Mir kommt es fast so vor, als wäre der komplette Kindergarten eine kontaminierte Zone.

Meist harmlos, aber nervig

Es ist immer ein schlechtes Zeichen, wenn man statt dem Kindergarteninnern durch die große Glastür morgens nur verschiedene Zettel mit Hinweisen sieht, auf denen steht welche mir zum Teil noch unbekannten Krankheiten jetzt wieder im Umlauf sind. Das heisst dann für mich ersteinmal die Suchmaschine meines geringsten Misstrauens anwerfen und schauen, um welche akute Lebensbedrohung es sich nun wieder handelt. Doch meistens kommt bei dieser Suche das selbe Ergebnis heraus: Hochansteckend, meistens harmlos, aber nervig. Das ärgert mich dann natürlich, ich kann den Ärger aber nicht kanalisieren, weil ich eben auch weiss, dass niemand etwas dafür kann, das sein Kind krank wird, und es sich nicht vermeiden lässt, dass das Kind schon vor Ausbruch der Krankheit andere Kinder ansteckt. Aber es gibt eine Ausnahme, bei der ich mich wirklich aufregen kann. Wenn ich lese, dass in unserem Kindergarten Krankheiten im Umlauf sind, gegen die es bei entsprechend alten Kindern Impfungen gibt, dann rege ich mich auf. Warum ist man so verantwortungslos, seinem Kind eine funktionierende Impfung zu verweigern? Es gibt keine nachgewiesenen Langzeitfolgen dieser Impfungen. Wer etwas anderes behauptet glaubt auch an Homöpathie und den Weihnachtsmann. Mir könnte es ja egal sein wenn einige Eltern sich denken "Da muss das Kind durch, wird schon nichts passieren". Klar – sie bringen Ihren Nachwuchs damit in die Gefahr einen Verlauf der Krankheit zu erleben der eben nicht-harmlos ist, aber das ist ja dann nicht mein Problem. Was durchaus mein Problem ist, ist dass Neugeborene eine Phase durchleben, in der sie zu alt für den Nestschutz sind, aber zu jung für eine Impfung. In dieser Phase sind die Kinder also der Gefahr ausgesetzt von einer dieser Kinderkrankheiten angesteckt zu werden, nur weil andere Eltern meinen, dass es ja nicht so schlimm ist diese zu durchleben. Und an diesem Punkt rege ich mich dann über diese Eltern auf, die selber genausowenig Ahnung von Medizin haben wie ich oder die meisten anderen, aber nicht auf die Meinung von Medizinern vertrauen sondern von irgendwelchen "Heilpraktikern" oder noch weniger ausgebildeten Menschen, die Ihnen erzählen, das Impfungen ja so gefährlich seien. Aber was rege ich mich auf – Es wird ja doch nichts helfen.

Was tun?

Aber zurück zum eigentlichem Problem, abseits von den eigentlich vermeidbaren Kinderkrankheiten gibt es ja noch genug Krankheiten und andere Unpässlichkeiten, mit denen wir kämpfen müssen. Wie gehen wir also damit um? Es gibt sicher ein paar radikale Lösungen für das Problem, wie den Kindergarten abbrennen und neu aufbauen, aber das ist wohl auf Dauer zu langwierig und teuer. Auch das Kind nur dann in den Kindergarten zu schicken, wenn gerade keine Krankheit oder ähnliches grassiert ist ausschliesslich auf den ersten Blick eine verlockende Idee, denn dann wäre das Kind ja so gut wie nie im Kindergarten. Wie man bemerkt, lässt sich der Ursprung des Problems nicht beseitigen. Ich frage mich daher, wie ich mit den Symptomen des Problems umgehen kann. Wie vermeide ich beispielsweise, das mein krankes Kind auch noch mich ansteckt? Wie schütze ich kleinere Geschwister zuhause vor den Bakterien des großen Kindes? Ich gebe zu, dass ich für dieses Problem keine Lösung habe. Ich habe mich ergeben. Es ist einfach nicht möglich. Es sei denn ich überlege mir das mit dem Abbrennen und wieder aufbauen auch für Kinderzimmer und Wickelraum, aber das ist ja wie schon beschrieben keine dauerhafte Alternative. Wir müssen also damit leben, die nächsten Jahre mehr oder weniger immer ein hustendes oder schniefendes oder juckendes Kind im Haus zu haben. Vielleicht wird das ja besser, wenn die Kinder mal zur Schule gehen...

Wie geht ihr mit den Problemen der kleineren und größeren Krankheiten um? Habt ihr eine Lösung für das Problem?

Kommentare

Es ist schon bemerkenswert wie die Tochter gerne mal genau einen Abend krank ist, und so richtig mit Fieber, und wir danach eine Woche mit Erkältung herumlaborieren, aber... kannste ja nix machen :) Ansonsten ist der Kindergarten hier ziemlich auf Zack was Krankheiten angeht. Und die Kurzen sind (zumindest nachmittags) draussen (mit dem vollen Matschen-mit-Schlamm Programm) sofern es das Wetter auch nur ungefähr zulässt: Ganz gute Abhärtung.

Ich so: *schulterzuck*

"Warum ist man so verantwortungslos, seinem Kind eine funktionierende Impfung zu verweigern? Es gibt keine nachgewiesenen Langzeitfolgen dieser Impfungen."

Dch - eine Langzeitfolge würde mir einfallen. Man ist gegen die Krankheit geschützt ;-)

Ansonsten gilt wohl "Augen zu und durch". Da bei vielen Krankheiten die Inkubationszeit vor den Symtomen ist, weiß man es ja leider nicht vorher - und regelmäßige Bluttests sind a) zu teuer b) zu aufwendig und c) wahrscheinlich auch zu uneffektiv ...

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