Kommt Zeit kommt Kita

DaddyDavud von ichbindeinvater.de hat über den richtigen Zeitpunkt für die Kinderbetreung gebloggt. Das hat mich dazu gebracht, meine Einstellung dazu zu reflektieren. Ich gebe zu: Bevor unser erstes Kind auf die Welt kam, habe ich auch gedacht: "Auf gar keinen Fall geben wir das Kind in die Kita bevor es drei ist". Meine Argumentation war die mangelhafte pädagogische Ausbildung der ErzieherInnen. Wer nicht Pädagogik studiert hat kann auch mein Kind nicht angemessen betreuen, habe ich gedacht. Das können meine Frau und ich viel besser, habe ich gedacht. Und jetzt? Jetzt ist der Kurze 18 Monate alt, und ihm fällt zu Hause die Decke auf den Kopf.

Seine Eingewöhnung in den Kindergarten startet jetzt noch diesen Monat. Geht es mir gut damit? Ja, und zwar ziemlich gut. Ich war anfangs sehr skeptisch dem örtlichen Kindergarten gegenüber. Ein konservativer, katholischer Dorfkindergarten. Wieder meldeten sich meine Zweifel: Können die Erzieherinnen meinem Sohn gerecht werden? Wird er religiös indoktriniert? Die Zweifel sind noch nicht ausgeräumt. Aber ich habe gemerkt, dass es ihm unfassbar gut tut, mit den anderen Kindern im Kindergarten zu spielen. Er war bereits an mehreren Nachmittagen zunächst mit seiner Mutter und dann auch schon für eine Stunde alleine im Kindergarten. Und er findet es super. Er hat einen Riesenspass und kann sich viel besser entfalten.

Warum also sollte ich Ihm dieses Glück verwehren? Ich weiss jetzt: Jedes Kind hat eigene Bedürfnisse, jedes Kind ist anders und diese Bedürfnisse sind nicht immer deckungsgleich mit den Vorstellungen der Eltern. Solche Entscheidungen können nur individuell auf Basis des Befinden des Kindes getroffen werden. Natürlich ist es ein grosser Luxus, diese Entscheidung frei treffen zu können. Familien in denen beide Elternteile arbeiten müssen, können das nicht so individuell entscheiden, da muss ein Kind aus rein finanziellen Gesichtspunkten in die Betreung, ob es dafür bereit ist oder nicht. Das ist schade, aber im Moment Realität. Ich wünsche mir, dass alle Eltern die Freiheit bekommen auf der Grundlage der Entwicklung ihres Kindes entscheiden zu können, ohne gesellschaftlichen oder finanziellen Druck. Nur so ist sichergestellt, dass das Kind die Umgebung bekommt, die für die akutelle Entwicklung am besten ist. Pauschale Verurteilungen halte ich für nicht zielführend. Zu unterschiedlich ist die Entwicklungsgeschwindigkeit unserer Kinder.

Kommentare

Stark! Danke für die Erwähnung und ehrlich gesagt - ich bin inhaltlich ganz bei Dir! Ich glaube jedoch, dass wir nie den Zustand der beschriebenen Entscheidungsfreiheit erreichen werden - zumindest unter finanziellen Gesichtspunkten. Die Hoffnung will ich aber nicht aufgeben, deswegen spiele ich manchmal Lotto...

Danke für deinen Kommentar. Ja finanzielle Unabhängigkeit ist für die meisten wohl ein schöner Traum.

Sehr schöner Beitrag. Wir haben das Problem genau andersrum. Mit Haus und als Höchstsatzzahler, macht es für uns nur Sinn, dass meine Frau zu Hause bleibt. Das ist günstiger, als unser Kind in die Kita zu geben. Wie absurd diese Welt ist.....

Gruß,

Frank Jones

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