Hunde und Kinder

Ein Thema, das meine Frau und mich immer mal wieder beschäftigt, ist das Verhältnis zwischen unserem Kind und unserem Hund. Nicht, weil das Verhältnis besonders problematisch wäre, sondern einfach, weil wir es wichtig finden, ein Auge darauf zu haben. Zunächst einmal ist es so, dass Hund und Kind charakterlich unterschiedlicher nicht sein könnten. Unser Kind ist ein echter Draufgänger, was den Kontakt zu anderen Lebewesen angeht. Unser Hund ist vorsichtig, zieht sich gern zurück und braucht Zeit um Vertrauen zu fassen. 

Jetzt ist es so, dass der Hund natürlich genug Zeit hatte sich an das Kind zu gewöhnen, doch je größer es wurde, desto mehr wurde es für den Hund zur Belastung. Da unsere Hündin eher ängstlicher Natur ist, ist ihre Reaktion auf ein auf sie zu tapsendes Kleinkind ausweichen. So kann es sein, dass der Hund vom Kind durchs Zimmer gejagt wird. Das versuchen wir zu unterbinden. Da da aber nicht immer klappt mussten wir eine andere Lösung finden.

Rückzugsmöglichkeiten schaffen

Unsere Lösung war ein günstig gekaufter, gebrauchter Laufstall. Nicht für das Kind, sondern für den Hund. Ich habe 3 Stangen herausgesägt und damit eine Öffnung geschaffen, durch die der Hund bequem den Laufstall betreten kann. Ausgelegt mit Decken und Spielzeug hat sie so eine komfortable, geschützte Rückzugsmöglichkeit. Das Kind akzeptiert den Schutzraum und hat schnell aufgehört zu dem Hund hineinklettern zu wollen. Wenn der Hund aber seinen Rückzugsort mal nicht nutzen möchte, heisst das nicht, dass das Kind freie Bahn hat. Wenn es den Hund jagt, oder den schlafendend Hund haut oder kneift, versuchen wir es mit Ermahnungen, den Hund bitte nur zu streicheln. Wenn das nicht funktioniert greifen wir ein und versuchen das Kind anders zu beschäftigen. Wenn das immer noch nicht klappt, dann kommt das Kind für eine Auszeit in seinen Laufstall.

Das Kind erziehen

Der Hund ist bereits erzogen, deswegen erträgt er alles was das Kind ausprobiert mit Fassung. Wenn die Fingerchen im Auge landen bleibt der Hund gelassen. Wenn die Finger im Nasenloch verschwinden wollen, bleibt der Hund gelassen. Selbst wenn das Kind auf die Idee kommt dass es eine tolle Idee sein könnte mal ein Barthaar auszureissen bleibt der Hund gelassen. Ich möchte mich allerdings nicht darauf verlassen, dass das in jeder Situation immer so bleibt. Deswegen ist es wichtig, dass das Kind lernt, Respekt vor dem Hund zu haben, und ihn liebevoll zu behandeln, so wie wir das auch tun.

Hund ist nicht gleich Hund

Eine wichtige Sache, die wir versuchen zu vermitteln ist auch, dass nicht alle Hunde gleich sind. Nicht jeder Hund ist so gutmütig und gelassen wie unser. Seien wir ehrlich: Die überwiegende Mehrzahl der Hunde ist es eher nicht. Und ich möchte, dass mein Kind fragt, bevor es sich einem anderen Hund nähert. Ich möchte auch, dass es weiss, dass nicht alles, was mit unserem Hund in Ordnung ist, auch mit anderen in Ordnung sein muss. 

Kinder und Hunde nicht alleine lassen

Kind und Hund sind ein super Team – unter Aufsicht. Nur die Aufsicht ermöglicht es uns, einzugreifen, wenn das Kind zu weit geht. Und nur unter Aufsicht können wir die Körpersprache unseres Hundes korrekt deuten. Kleine Kinder und Hunde gehören nicht alleine in ein Zimmer. Denn der Hund ist immer noch ein Tier und so gut wir ihn auch kennen, hundertprozentig berechnen kann man sein Verhalten nie. Und das gleiche gilt für unser Kind. Wenn wir wollen, das beide unversehrt bleiben, brauchen sie unsere Hilfe. Wir kennen beide Lebewesen am besten und das sollten wir nutzen.

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