Eine Zeitschrift für Väter

Es gibt sehr, sehr viele Zeitschriften für Mütter, ein paar Zeitschriften die Eltern als Zielgruppe haben und seit letztem Jahr gibt es eine Zeitschrift für uns Väter. Als Ableger der Men's Health kam die Zeitschrift Men's Health Dad heraus. Da ich erstere nie gelesen habe und auch definitiv nicht die Zielgruppe bin, habe ich  mit Neugierde die Zeitschrift betrachtet die in meinem Briefkasten gelandet ist. Wenn ich nach der namensgebenden Zeitschrift als deren Ableger Men's Health Dad herauskommt gehen würde, müsste ich innen Six-Pack Väter (und zwar nicht die leckeren, eisgekühlten Six-Packs) finden und vielleicht noch das ein oder andere leicht bekleidete Model. Dem ist aber (Gott sei Dank) nicht so. So richtig hat mich der Inhalt dann aber auch nicht gepackt. Warum? Darum:

Den Anfang machen kleine Mini-Meldungen über Fundstücke aus der Wissenschaft zum Thema Kinder und Elternschaft, vieles kurz angerissen, ohne genau auf die Studien einzugehen, kann man machen, mehr als einmal denke ich mir aber "Naja, da würde ich gerne mal in die Studie genauer reinlesen" und tue es dann doch nicht. Hat also nicht viel Mehrwert für mich. Aber mal weiterblättern. Es folgen Antworten auf 9 Fragen die sich Väter angeblich stellen, und die von Experten beantwortet werden. Die Fragen habe zumindest ich mir nie gestellt. Weder wollte ich mit Badehose in den Kreißsaal, noch frage ich mich ob ein siebenjähriger an Bier nippen darf. Auch warum Kinder gerne Popel essen ist nicht die wichtigste Frage in meinem Leben. Auch die anderen Fragen haben wenig spannende Erkenntnisse für mich. Es folgt ein 3-Generationeninterview das mir schon deutlich besser gefällt, die Interviewten sind sympathisch und die Erkenntnis dass sich das Vatersein in starkem Wandel befindet ist zwar nicht bahnbrechend wird aber durch das Interview schön deutlich. 

Als nächstes gibt es großformatige Bilder von Essens-Boxen mit Tipps von Experten, was man besser machen könnte. Das kommt dann doch oft etwas zu belehrend daher. Natürlich ist gesunde Ernährung wichtig. Aber Toastbrot mit Süßigkeiten gleich zu setzen geht mir dann doch etwas zu weit. Und wenn vom Experten gewarnt wird, dass die Fruchtmischung zum rausquetschen oft zusätzlichen Zucker enthält, auf dem abgebildetem Produkt aber deutlich "Ohne Zuckerzusatz" steht, dann wird auch hier belehrt wo eigentlich alles richtig ist. Ausserdem ist es doch wichtig, dass die Kinder auch was essen und nur mit Vollkorn und fettarm kommt die Brotdose vermutlich voll wieder mit nach Hause.

Weiter gehts mit Artikeln über Töchter (Ich hab nur Söhne), Väter in Teilzeit (ist bei mir nicht geplant, aber ganz interessant), Gedanken die man für sich behält (hab ich in dem Ausmass zwar nicht, finde sie aber auch nicht verwerflich), Statistiken zum Vatertag (nicht viel neues), Artikel über Beschneidungen (Zu kurz, zu wenig differenziert), Alleinerziehende Väter (ich hoffe ich bleibe davon verschont) und Kindermitfahrmöglichkeiten fürs Fahrrad (nicht uninteressant, aber eher Werbung für einzelne Produkte als Marktüberblick).

Dann rege ich mich ein bischen auf, es gibt Kinder und Vätermode zu sehen, mit Preisen. Hemden für 170 und Jeansjacken für 400 Euro stehen nicht auf meinem Einkaufszettel und wenn ich den Statistiken Glauben schenke, können die wenigsten Väter sich einen so teuren Kleidungsstil leisten. Vielleicht verstehe ich es auch einfach nicht, aber diese Mode-Seiten sind in meinen Augen völlig überflüssig. Dann kommt ein Artikel über Städte mit vielen Vätern, und welche Stadt die meisten Väter hat. Ganz interessant, aber auch nicht überragend fesselnd.

Dann kommen ein paar meiner  Blogger-Kollegen zum Thema Kinder allein lassen zu Wort, das für mich noch kein Thema ist, denn die Kinder sind nun wirklich noch viel zu jung dafür. Aber für später gut zu wissen. Die Reiseempfehlung Wien mit Kindern/Partner/Kumpels (nicht alles gleichzeitig sondern schön getrennt) ist dann auch ganz spannend und da ich gerne reise kann ich auch die Informationen gut gebrauchen.

Fazit

Insgesamt ein Heft das zum einen nicht ganz meine Interessen trifft und zum anderen das ein oder andere Mal für Unverständnis bei mir gesorgt hat. Dabei gefällt mir der Stil grundsätzlich gut, auch die Verarbeitung des Heftes ist angenehm hochwertig. Es ist noch nicht das perfekte Väter-Magazin aber bisher das einzige in der Print-Landschaft. Da verzeihe ich durchaus die eine oder andere Schwäche und hoffe auf Artikel die meine Interessen mehr treffen. Ich werde am Ende durch aus mit Vorfreude und interessiert auf das neue Heft, dass im Herbst erscheinen wird zurück gelassen. Da ist noch Luft nach oben und trotzdem wurde ich schon ganz gut unterhalten, während ich auf dem Weg zur Arbeit war.

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