Ein paar Gedanken zur Schulpflicht

In einem meiner älteren Artikel über Waldorfschulen hat sich in den Kommentaren eine Diskussion über die Schulpflicht, die wir in Deutschland haben, entwickelt. Da das Thema nicht mehr ganz zum Artikel passt und ich es trotzdem wichtig finde, möchte ich ein paar meiner Gedanken zum Thema Schulpflicht festhalten. Zunächst einmal möchte ich festhalten, dass ich unser dreigliedriges Schulsystem für alles andere als optimal halte.Trotzdem befindet sich das deutsche Schulsystem in einem stetigem und langsamen Wandel. Insgesamt zeigt der Trend aber, dass es stetig besser wird. Dafür darf man natürlich nicht nur auf kurze Zeiträume blicken, sondern muss das große ganze betrachten. Insgesamt ist die Schulbildung unserer Kinder wohl besser als die unserer Großeltern. Und ich gehe fest davon aus, das die Schulbildung unserer Enkel und Urenkel wieder besser sein wird als die unserer Kinder.

Schulprobleme kennt jeder

Wenn man darüber nachdenkt lassen sich jedoch definitiv Gründe finden, weswegen man die Schulpflicht ablehnen könnte. Jeder kennt wohl aus seiner Schulzeit Geschichten, in denen Schule nicht hilfreich oder sogar schädlich war. Solche Fälle wären wohl nicht passiert, wenn man nicht gezwungen gewesen wäre seine Kinder in die Schule zu schicken. Doch ich denke trotzdem, das die Schulpflicht eine Errungenschaft ist, an der wir festhalten sollen. Warum denke ich so? Dafür muss ich ein wenig ausholen.

Wir leben in einer Demokratie die auf Kompromissen und Verhandlungen basiert und nicht auf das Prinzip des Konsens setzt. Das wäre wohl bei gut 80 Millionen Menschen wohl auch nicht möglich. Das Problem an guten Kompromissen ist aber, das alle glauben, ihre Vorstellung käme zu kurz, denn nur dann ist der Kompromiss so ausgeglichen, das alle im gleichen Masse damit zufrieden sind. Um zurückzukommen auf die Schulpflicht, und hier den Bogen zu schlagen, ist es ja so, dass der Lehrplan der Schulen in den einzelnen Kultusministerien der Länder entsteht. Diese sind je nach Bundesland durch die Koalition der meist-gewählten Parteien besetzt. Dort entstehen dann die Lehrpläne die bestimmen was unsere Kinder lernen. Dass das was dabei rauskommt nicht immer alle Menschen glücklich macht, liegt meines Erachtens in der Natur der Sache. 

Warum trotzdem Schulpflicht?

Warum ich trotzdem der Meinung bin, dass die Schulpflicht Sinn ergibt? Durch eine demokratische Erarbeitung des Lehrplans wird zwar nicht der perfekte Lehrplan entstehen, aber zumindest haben wir als Gruppe von Menschen die Möglichkeit zu kontrollieren, was Kindern beigebracht wird. Es wird erfolgreich verhindert dass religiöse Splittergruppen dafür sorgen, dass die Schöpfungsgeschichte gleichwertig mit der Evolutionstheorie im Biologie Unterricht gelehrt wird. Wir sorgen dafür dass die Kinder eine relativ objektive Version der Vergangenheit unseres Landes erfahren, so dass sie für die Zukunft daraus lernen können. Denn wenn wir die Schulpflicht abschaffen, und jeder Elternteil, unabhängig von Weltanschauung und Religion entscheiden kann, was die Kinder lernen, dann werden Ideen wie 'Intelligent Design' oder das Leugnen des Holocaust in Kinderhirne gepflanzt, die wenig Chancen haben diese Informationen zu hinterfragen.

Ein Lehrplan, der demokratisch bestimmt wird, enthält naturgegeben eher Inhalte, die von der breiten Masse der Bevölkerung getragen wird. Und alt Verfechter der Demokratie, sehe ich darin durchaus einen großen Vorteil. Denn einzelne könnten völlig andere, in meinen und den Augen vieler Menschen falsche, Schwerpunkte setzen.

Probleme bei Hausunterricht

Darüber hinaus sehe ich es als wichtigen Grund für eine Schulpflicht an, dass ansonsten vermehrt Unterricht durch die eigenen Eltern erfolgen würde. Ich bin der Überzeugung, dass eine zu emotionale Bindung an den Lehrer für ein Schüler-Lehrer Verhältnis eher schädlich als förderlich ist. Ich denke, ein gesundes Nähe-Distanz Verhältnis muss Grundlage einer jeden erfolgreichen Schüler-Lehrer Beziehung sein. Durch emotionale Bindung ist das sachliche Ausfechten von Differenzen erheblich erschwert, das Konflikte im familiären Umfeld in ganz anderer Intensität ausgetragen werden als Konflikte in der Schule.

Ein weiterer Punkt den ich an der Schule befürworte sind die sozialen Kontakte. Ich finde es positiv dass Kinder in ihrer Schulzeit mit den verschiedensten Menschen in Berührung kommen. Im Idealfall – der zugegebenermaßen noch nicht erreicht ist – lernt ein Kind in der Schule den Umgang mit Menschen aus den verschiedensten sozialen Schichten, Kulturen und lernt auch den Umgang mit beeinträchtigen Kindern, die zum Beispiel eine Krankheit oder Behinderung haben. Das alles schult soziale Kompetenzen bei den Kindern. Ich will gar nicht wissen wie es um meine soziale Kompetenz, die ich sowieso als nicht besonders ausgeprägt ansehe, bestellt wäre, wenn ich nicht durch die Schulpflicht zum Kontakt mit anderen Kindern 'gezwungen' gewesen wäre.

Komplexes Thema

Natürlich sind meine Argumente hier nicht vollständig und auch den Argumenten gegen die Schulpflicht kann ich in so einem kurzen Artikel nicht gerecht werden. Ich sehe diesen Artikel auch eher als Einstieg in eine Diskussion und würde mich über eure Meinung in den Kommentaren freuen. Vielleicht kann ich mir einzelne Punkte auch herausgreifen und in eigenen Artikeln detaillierter und mit Quellen ausgestattet darauf eingehen.

Ich bin gespannt ob sich eine rege Diskussion entwickelt. Denn eins ist klar: Die Schule und die Pflicht unsere Kinder in die selbige zu schicken, wird uns Eltern alle früher oder später beschäftigen. Da kann es hilfreich sein, die eigene Meinung zur Schulpflicht reflektiert zu haben.

Kommentare

Hallo,

Also zuerst mal bin ich ja immer froh, wenn die Schulpflicht thematisiert wird, gerade auch von Menschen, die keinen Weg als Freilerner, Homeschooler oder einen der vielen anderen Wege "ohne Schule" beschreiten. Wenn man sich mit dem Thema etwas auseinandersetzt, fällt einem erst auf wieviele Deutsche einen solchen Weg gehen, eine Vorahnung bieten die vielen Freilerner Gruppen auf Facebook, Freilerner Treffen und vieles mehr. Von anderen Nationen, in denen solch e Konzepte viel eher bekannt und akzeptiert sind mal abgesehen. Aber zurück zum Artikel :)

Und vorab zu der Abschlussbemerkung "Die Schule und die Pflicht unsere Kinder in die selbige zu schicken, wird uns Eltern alle früher oder später beschäftigen.": das ist zum Glück nicht in Stein gemeißelt, uns beispielsweise beschäftigt die Schulpflicht nur insofern, als dass wir uns recht bald aus Deutschland abmelden werden. Hätten wir eh gemacht, wird durch die Schulpflicht nur vorgezogen :)

Ich will die angedachte Diskussion mal mit dem Punkt der Sozialisierung eröffnen und dabei auf einen meiner Lieblingsartikel zu dem Thema verweisen: http://eclectic-homeschool.com/stop-homeschooling-and-get-those-children...
Es gibt viele Studien die zeigen, dass Kinder auch ohne Schule sehr gut (oder sogar besser?) sozialisiert werden können. Von i. d. R. höherem Wissensstandards mal abgesehen. An amerikanischen Eliteunis werden Homeschooler beispielsweise oftmals bevorzugt.

Ist es denn realistisch anzunehmen, dass man NUR in der Schule sozialisiert werden kann? Sportvereine? Freunde? Nachbarn? Aber das Problem ist: wenn man in einem Land lebt, in dem das ja keiner macht, dann sieht es wirklich schwierig aus. Selbst mit unserem Dreijährigen war es manchmal schon schwierig Kinder auf Spielplätzen zu treffen weil ja alle in Krippen u. ä. sind. Aber auch das haben wir hingekriegt und er ist nicht vereinsamt:)

Und zu Thema mit "verschiedensten Menschen in Berührung kommen": das ist witzigerweise eines der Hauptgegenargumente für mich. Man kommt ja in der Regel mit gar nicht so verschiedenen Menschen in Berührung. Gleiche Altersstufe, oftmals gleicher sozialer Hintergrund, ähnliche Sozialisierung aufgrund des gleichen Bildungswegs. Unser Sohn ist 4,5 und hat Freunde zwischen 2 und 60 Jahren, die grob geschätzt aus 15 Nationen kommen und sehr unterschiedliche soziale und kulturelle Hintergründe haben.

Aber wie sollte man als in Deutschland aufgewachsener Mensch auch einen konkreten Bezug zu dem Thema haben, ohne sich ausgiebig damit auseinander zu setzen? Man war selbst in der Schule und man kennt auch nur andere Menschen die es waren, der Schulpflicht sei "Dank". Vielen ist noch nicht einmal bewusst, dass man schon in fast allen Nachbarländern mehr oder weniger problemlos schulfrei aufwachsen darf, und ähnlich sieht es in den meisten Ländern der Welt aus - die Ausnahme stellt eine Schulfplicht wie die deutsche dar, nicht die Regel. Und wenn wir einem Amerikaner, Franzosen oder vielen anderen sagen "unser Sohn ist Freilerner", dann hält sich die Überraschung in Grenzen - weil man ja schon vorher welche im Leben getroffen hat oder sogar selbst einer war.

In diesem Sinne, bin gespannt auf die weiteren Kommentare :)

Hallo Chris, 

ich glaube dir gerne, dass es Menschen gibt, bei denen Homeschooling ausschliesslich positive Effekte hat. Ich denke aber das wir als demokratische Gesellschaft sehr viel Macht aus den Händen geben, wenn wir keinen verbindlichen Lehrplan für alle Kinder mehr haben. Du gehst nicht darauf ein, wie verhindert wird das religiöse Fundamentalisten oder Nazis ihre Kinder von allem fernhalten was mit ihrer Weltsicht kollidiert. Ich finde, diese Kinder in der Schule mit der Realität zu konfrontieren ist ein so wertvoller Vorteil der Schulpflicht, dass ich dafür gerne in Kauf nehme, dass ich vielleicht theoretisch eine noch bessere Bildung für meine Kinder schaffen könnte. Da nehme ich lieber in Kauf, das meine Kinder vielleicht nicht optimal ausgebildet werden sondern nur nach einem Kompromissbehafteten Lehrplan. Wenn ich dadurch religiöse und politische Indoktrination verhindern kann, ist das mir recht.

Die Annahme, dass man in erster Linie Macht als Gesellschaft haben und ausüben sollte widerstrebt mir schon sehr, da ist es schwer dem Argument weiter zu folgen. Aber darauf ging ja schon jemand anders weiter unten ein.

Ich bin auf den Lehrplan nicht eingegangen, da ich mir erstmal einen Bereich, den der Sozialisation rausgepickt habe, was du wiederum übergangen hast in deiner Antwort:) Bzgl. positiver Effekte Einzelner, in den unter dem Link zitierten Studien ging es ja eben nicht um Einzelne.

Aber: Wie wird denn mit Lehrplan verhindert, dass in irgendeiner Weise fundamentalistische oder anderweitig extreme Denkweisen entstehen? Das wäre toll, dann gäbe es weniger geistig verwirrte in Deutschland und generell auf der Welt. Die Kinder sind ja nicht durchgängig während sie wach sind überwacht durch die Schule - das wäre dann wohl der einzige Weg. Ist es nicht die Besonderheit von extremen Haltungen, dass sie trotz Hindernissen verbreitet werden? Sprich der christliche Fanatiker wird seine verquere Schöpfungstheorie auch dem in einer Regelschule befindlichen Kind in der Freizeit einbläuen - Lehrplan oder nicht.

Und mir fehlt irgendwie das Verständnis, dass man ein komplettes Konstrukt wie die Schule primär an den 5% mit extremen Haltungen ausrichten soll. ICH bin kein Extremist und indoktriniere mein Kind nicht, somit hab ich da kein schlechtes Gefühl.

Dann geh ich nochmal auf das Thema Sozialisation ein. Ich bestreite nicht, dass auch ohne Schule eine umfassende Sozialisation möglich ist, die wohlmöglich sogar umfassender sein kann. Mehr fehlt hier aber die Kontrolle und die Verpflichtung. Wer garantiert mir, dass jeder der seine Kinder zuhause unterrichtet sich die Zeit nimmt und auch Interesse an der Sozialisation der eigenen Kinder hat? Wer garantiert mir, das hier keine Eliten gebildet werden, die lieber unter sich bleiben? Wir geben extrem viel Kontrolle auf, wenn wir das zulassen.

Jetzt gehe ich auf deine Frage ein, die den Lehrplan betrifft. Natürlich verhindert ein Lehrplan nicht, das extremistische oder fundamentalistische Denkweisen entstehen, aber es gibt der Gesellschaft die Möglichkeit Kindern aus entsprechenden Familien Alternativen zum Weltbild ihrer Eltern zu bieten, und zu zeigen, dass die Behauptungen der Eltern keine absoluten Wahrheiten sind. Im besten Fall sorgt die Schule dafür, die Kinder mit dem Handwerkszeug auszustatten, solche Weltanschauungen zu hinterfragen. 

Mir ist deine Argumentation zu zentriert auf deine Situation. Ich glaube dir sogar, dass du es schaffen kannst, für deine Kinder ein besseres Bildungszesnario aufzubauen, als es eine Schule bieten kann. Damit befindest du dich allerdings in einer extrem priviligierten Situation, und bietest deinen Kindern einen Vorteil, den Familien mit weniger Bildungs- als auch finanziellem Kapital nicht bieten können. Wenn wir nicht wollen, dass sich Eliten bilden, und die Durchlässigkeit weiter sinkt, dann müssen wir damit leben, das Schule evtl. für den einzelnen teilweise weniger effektiv ist, durchschnittlich gesehen profitieren wir aber von einem ähnlichem Bildungsstand. Wenn wir alle zusammen daran arbeiten die Schule weiter zu verbessern, dann haben wir hoffentlich bald die Sitiation, dass Schüler unabhängig vom Bildungstand und finanzieller Situation ihrer Eltern die gleichen Chancen haben. Das können wir aber nur schaffen, wenn wir die Schule weiter verbessern und darüber diskutieren. Sich aus Unzufriedenheit mit der Schule auszuklinken und die Bildung der eigenen Kinder selbst in die Hand zu nehmen halte ich nicht für die richtige Lösung.

Die Garantie, dass das jeder macht hast du nicht, aber das ist kein Unterschied zur bestehenden Variante, bei der Kinder dann eben trotz Schule von den Eltern beeinflusst werden.

Ich denke ein Grundproblem deiner Argumentation ist, dass du vieles auf diese Extremfälle ausrichten möchtest. Aber in meinen Augen sind sie genau das, extreme Fälle und wie sich im Alltag zeigt hat die Schule es nicht geschafft diese zu verhindern.

Und der "Vorwurf" des Privilegierten nehm ich gar nicht an. Wir kommen beiden nicht aus reichen Verhältnissen und haben auch noch keinen Schlüssel zum Reichtum gefunden. Vieles ist eine Sache der Prioritäten und von mehr Minimalismus statt Status. Aber das geht jetzt in eine ganz andere Richtung.

Dein Argument die Qualität der Bildung anzuheben ist für mich schwer Nachbau vollziehen, da es aufgrund der Individualität des einzelnen Kindes und der Familie in meinen Augen nur sehr schwer EINE gemeinsame Lösung geben kann.

Was spricht denn dagegen die Möglichkeit für die Interessierten zu bieten? Es würde ja eh keine Massen an Homeschoolern entstehen, die gibt es in keinem der Länder, in dem es legal ist.

Ich bin trotzdem der Meinung, dass die Schule als Korrektiv dienen kann für Kinder aus fanatischem Elternhaus. 

Ich möchte vor allem Fundamentalisten und Extremisten das Leben so schwer wie möglich machen, und mit allem, was uns als demokratischem Staat zur Verfügung steht dagegen ankämpfen. Die Schulpflicht ist eines der Instrumente die wir haben. 

Es geht mir bei "privilegiert" auch nicht ausschliesslich um finanzielle Priviliegien. An der Art, wie du Texte schreibst kann ich erkennen, dass du genau wie ich offensichtlich das Privileg einer guten Bildung genossen hast. Das gilt aber bei weiten nicht für alle Eltern. Die Möglichkeit seine Kinder zuhause zu unterrichten, hat nur, wer ein entsprechendes eigenes Bildungsniveau hat. Und das ist in meinen Augen schon ein großes Privileg. 

Es gibt natürlich keine Lösung die für alle perfekt ist. Mir ist es aber lieber eine ganze Generation durchschnittlich gebildete Kinder zu haben, als einige wenige besonders gut ausgebildete. Es liegt natürlich in der Natur der Sache, dass eine Schule, die für alle Kinder gedacht ist, nicht auf jeden einzelnen zugeschnitten sein kann. 

Bei dem Thema was dagegen spricht die Möglichkeit zu verbieten muss ich wieder meine Argumente bringen: Es ist nicht fair, weil nicht jeder die Bildung der eigenen Kinder leisten kann. Und unter den wenigen Homeschoolern, die es in anderen Ländern gibt, ist der Anteil der religiös verwirrten vermutlich höher, als der Anteil in der Gesamtbevölkerung. Leider habe ich dafür auf die Schnelle noch keine Belege finden können, nur diverse Artikel in denen gerade die Leute am lautesten gegen die Schule kämpfen, die ihre Kinder durch Sexualkunde oder Evolutionstheorie gefährdet sehen. Dass diese Leute einen Anteil an der Homeschooling Bewegung haben, ist wohl nicht zu leugnen.

Man könnte prüfen, ob Homeschooling mit engmaschigen Kontrollen möglich wäre, damit wir sicherstellen können, dass den Kindern vermittelt wird, was die Mehrheit der Experten für sinnvoll hält, dann könnte man über so eine Alternative zur Schule nachdenken. Völlig unkontrolliert werde ich kritisch bleiben.

Also zu Thema gebildet genug um Kinder zu "Unterrichten" das mag noch mit Abstrichen auf Homeschooler zutreffen - bei Freilernern zählt das nicht mehr als Argument. Und ganz konkret: wenn mein Sohn spanisch lernen will, ich das aber nicht kann - warum nicht einfach Hilfe von außen holen? In einer solidarischen Welt wäre das kein Problem. Der spanische Nachbar hilft beim Spanisch lernen, ich seinem Sohn dafür in Mathe.

Die engmaschigen Kontrollen gibt es Kamin einigen Ländern. Einmal jährlich ein Test zum Lernfortschritt in Österreich. Regelmäßige Besuche vom Amt in Frankreich. Da gibt es vielen Beispiele

Und zu der Religion als Motivation: denkst du wirklich, dass es da so viele engagierte Fanatiker gäbe? Schau doch mal wie leer die Kirchen sind. Ich sehe da nicht so das Schläferpotential:)

1.) Wie soll durch einen vorgegebenen einseitigen Lehrplan Objektivität erreicht werden?

2.) Um Individualität und Einzelfallentscheidungen,die zur Zeit von Amtswgen leider kaum denkbar sind, möglich zu machen, muss meinetwegen nicht die Schule abgeschafft werden - manche Menschen wären vermutlich verloren ob so vieler Freiheit : "Hilfe, was mach ich nur in der ganten vielen Zeit mit meinem Kind, so eingeschränkt wie ich bin!"

Es gibt aber sehr wohl viele Menschen,und das ist mittlerweile der größte Teil der Schulfrei-Wunsch-Menschen, die ihren Kindern die Welt in allen ihren Facetten zeigen wollen, ihnen täglich Neues zeigen wollen, woran sie Begeisterung und Interesse haben.
Durch diese individuelle Förderung, die ganz sicher nicht nur durch die Eltern geschieht, sondern durch das gesamte Umfeld, entwickeln sich Kinder nachweislich wesentlich schneller und besser. Sie werden selbstbewusst, haben Selbstwert, sind kreativ,naturverbunden, lösungsorientiert, vielseitig, weltoffen und sehr sozial.
Welche Schule kann das bitteschön schaffen?

Der Lehrplan ist ja nicht von irgendeiner unsichtbaren Macht vorgegeben, sondern von der Regierung, die wir als mündige Bürger demokratisch gewählt haben. Der Lehrplan ist immer ein demokratisch ausgehandeltes Politikum. Hinzu kommt für mich ein weiterer Punkt: Selbst wenn du deine Kinder besser ausbilden kannst als jede Schule, halte ich es doch für reichlich unsolidarisch, den eigenen Kindern eine bessere Bildung zu wünschen und dies selbst in die Hand zu nehmen, statt aktiv an der Gestaltung von Schule mitzuwirken, die dann allen zu Gute kommt. Denn wie du schon sagst: nicht alle Eltern haben die Zeit und die Bildung ihre Kinder selbst zu unterrichten und Homeschooling würde den Graben zwischen den Schichten nur vergrößern. Chancengleichheit sieht anders aus.

Hallo Vadder,

für mich könnte es schwierig werden, auf alle deine Argumente im Detail einzugehen - im Prinzip lehne ich deinen kompletten Artikel ab. Daher macht es jetzt keinen Sinn, über die Schulpflicht zu diskutieren, wenn ich von Schule im Allgemeinen nichts halte. Das ist jetzt aber weder wichtig noch der Grund, warum ich deinen Artikel überhaupt kommentieren möchte.
Eigentlich möchte ich nur erfahren, woher diese devote Haltung kommt? Warum findest du eine PFLICHT erstrebenswert wenn man stattdessen eine WAHL haben könnte? Ist es so schwer zu akzeptieren, dass einige Menschen vielleicht eine andere Meinung, eine andere Vorstellung von dem Leben ihrer Kinder haben - diese aber nicht ausleben können, weil sie sich in DE strafbar machen?
Warum muss man denn alles genau reglementieren? Findest du nicht, dass der Staat mit derartigen Gesetzen wie der Schulpflicht uns die Mündigkeit - also das innere und äußere Vermögen zur Selbstbestimmung und Eigenverantwortung abspricht?
Schau doch mal bitte hier rein:
http://www.hausunterricht.org/homeschooling-international
Findest du, dass es in Ländern wie z.B. Norwegen, Österreich, Dänemark, Großbritannien, Frankreich, Irland, Schweiz, Italien, Spanien oder Kanada nur Holocaust-leugnende Antisemiten rumlaufen, die die Evolution in Frage stellen und völlig asozial sind? (hmm, für Deutschland kann ich diese Frage gerade nicht wirklich mit Nein beantworten). Meinst du, diesen Ländern hat die WAHL, selbst darüber entscheiden zu können, was sie ihren Kindern zumuten wollen oder nicht, geschadet? Haben wir mal wieder in DE die Weisheit mit ganz grossen Löffeln gefressen, und alle anderen machen es falsch?
Ich finde, dass Deutschland ganz locker ein paar Querdenker ertragen kann, die Schule scheisse finden.
Letztlich waren es auch Querdenker, die behauptet haben, dass die Welt keine Scheibe ist - und die Angepassten haben sie dafür bestraft.

Lieben Gruss!

P.S.
Ich bin kein Fan von Homeschooling, was der o.g. Link vielleicht andeuten könnte, sondern unschooler.
Aber das Fass mache ich jetzt nicht auf ;-)

Hallo Stefan, 

ich finde meine Meinung nicht devot, im Gegenteil gibt mir unsere Demokratie als mündiger Bürger sehr viel Macht über das, was die Kinder in der Schule lernen. Die Demokratie verhindert bisher erfolgreich, das die Kinder in der Schule von radikalen Weltansschauungen die ich ablehne indoktriniert werden. Natürlich kritisiere ich Teile des Curiculums genauso wie Teile unseres Schulsystems, doch unsere Demokratie gibt mir die Macht aktiv daran zu arbeiten, die Dinge dich ich kritisiere zu ändern.

Tatsächlich bin ich in die  einzelnen Bereiche der Menschen, die Schulpflicht ablehnen noch nicht eingestiegen, hatte das bisher nur in Verbindung zu religiösem Fanatismus beobachtet, lerne aber gerne dazu.

Und da ist der primäre Bezugsrahmen beim Namen genannt. "Religiöser Fanatismus". Ist das wirklich ausreichend als Referenz, um sich eine Meinung zu bildend

Ich gehe sogar soweit sagen, dass ich davon ausgehe: unter den Deutschen Freilernen gibts es mehr Atheisten als in der Durchschnittsbevölkerung. Ist jetzt aber auch subjektiv durch Beobachtung von Gesprächen zwischen Freilernern und damit nicht repräsentativ.

Das kann ich mir sogar gut sehr gut vorstellen. Ich denke tatsächlich dass Homeschooling für Atheisten genauso attraktiv erscheint wie für religiöse Fundamentalisten. Ich kann aber sehr gut mit dem Kollateralschaden leben, wenn ich damit den reliigiösen Fundamentalisten verbiete ihren Kindern völligen Schwachsinn zu vermitteln ohne das jeman mal erwähnt, dass es Schwachsinn ist. 

Die anderen Argumente für die Schulpflicht bleiben aber auch ohne religiösen Fundamentalismus valide. Nicht jeder ist gut genug gebildet um seine Kinder selbst ausbilden zu können.

Hallo,
danke für die komplette Auflistung vieler unbelegter Vorurteile gegen Homeschooling. Manche sind so alt, an die konnte ich mich schon gar nicht mehr erinnern :)
Wenn Dich eine Auseinandersetzung mit dem Thema wirklich interessiert, dann könnte ich gerne einen Gastbeitrag auf Deinem Blog schreiben.

Grüße
Schulfrei Bewegung

Danke für deinen Artikel. Eigentlich wollte ich erst nicht kommentieren, weil das Thema so komplex ist. Aber um dich zumindest moralisch, ich bin Auch Befürworter der Schulpflicht. Gerade weil man dort ein wesentlich breiteres Wissen bekommt als es Eltern bei Homeschooling möglich wäre.

Das nicht alles perfekt ist, keine Frage. In meinen Augen müsste die Schule frei von jeglicher Esoterik sein, und das schließt das ein, was unter jeglichem Religionsunterricht verstanden wird. Genauso die Bundesjugendspiele.

Aber das sind einige wenige Punkte, über die man diskutieren kann. Nicht diskutierbar dagegen ist die generelle Schulpflicht. Das Recht auf Bildung ist ein Menschenrecht, und diese Bildung muss so gut es geht auf neutralen Fakten beruhen.

Danke, ich würde ja durchaus über vieles in der Schule diskutieren, allen voran, wie du schon schreibst den Religionsunterricht, an der generellen Pflicht möchte ich aber nicht rütteln.

Ich bin erschreckt wie sehr die Homeschooler/NoSchool-Bewegung hier die Runde macht. Da hat wohl jemand zum kollektiven Kommentieren aufgerufen. Schade, so ein "Niederbrüllen" erzeugt bei mir immer einen sehr faden Beigeschmack.

Viele der hier vorgebrachten Argumente gegen die Schulpflicht halte ich für ziemlich krude. Es ist nicht belegt, dass Schulpflicht die besseren, schlaueren, sozialeren (you name it) Kinder hervorbringt. Ich bin selbst Autor von wissenschaftlichen Publikationen und ohne hier eine konkrete Langzeitstudie zu benennen die wiederholt in unterschiedlichen Kulturkreisen durchgeführt wurde, halte ich solche Behauptungen für Quatsch. Daneben sind Studien keine zwangsläufigen Korrelationen und können es auch nie sein - deshalb sind es Studien und keine Experimente wie in den Naturwissenschaften. Auf dieser "wir sind sooo viel besser und es ist belegt (TM)" Ebene lässt sich kaum sachlich diskutieren. Da sind auf dem Niveau der Esoteriker, die im Abend-TV einsamen Senioren das Geld aus der Tasche ziehen.

Wir können gerne darüber reden weshalb die Gesellschaft das Recht hat den Eltern eine (nicht DIE!) Schule aufzuzwingen. Das ist der Punkt indem Argumente gebracht werden können.

Ich halte es für einen Automatismus, dass ich der beste Lehrer für mein Kind sein kann. Ganz im Gegenteil. Es gibt jede Menge Gebiete (Chemie zum Beispiel), da habe ich noch nicht einmal ein Halbwissen. Ganz zu schweigen von Pädagogik-Kenntnissen um die vielen Fächer gut und nachhaltig an den Mann/die Frau zu bringen. Aber das Hauptargument für die moderne Schulpflicht ist, dass wir als Gesellschaft eine Basis schaffen müssen. Irgendwo müssen soziale Schichten zusammentreffen und sich mischen. Das passiert sicher nicht überall, aber im Großen und Ganzen schon. Einzelfälle und Verbesserungspotenzial gibt es zweifellos. Wenn hier gegen die Schulpflicht angegangen werden soll, dann bitte auf systemischer Ebene und nicht mit Phrasen wie "Ich kenne jemanden".

Irgendwie müssen wir auch soziale Ungerechtigkeiten ausgleichen. Nicht jeder ist in der Lage seine Kinder zu unterrichten, nicht jeder kann es und nicht jeder hat die finanziellen Mittel dazu. Aber jedes Kind sollte die gleichen Chancen erhalten.

Daneben brauchen wir viele unterschiedliche Sichtweisen in einer Demokratie. Es ist wichtig linke und rechte Argumente zu hören. Wichtig, die Stimme von Shell und Greenpeace zu haben - nur so kann sich eine Meinung bilden. Das kann durch die Schule gewährleistet werden. Demagogen sind brandgefährlich für eine Demokratie. Wann, wenn nicht in Zeiten der AfD wäre das jemals in der jüngsten Geschichte der BRD deutlicher geworden?
In der Schule kann ich, demokratisch legitimiert durch Wahlen und damit durch die Gesellschaft, vorgeben, dass so etwas zu passieren hat. Homeschooling kann ohne Probleme kinderleicht missbraucht werden um Ideologisches einzupflanzen. Letzteres ist schlecht für die Gesellschaft und nimmt die Freiheit des Kindes auf eine eigene Meinung. Exakt das ist es was mir so eine Höllenangst macht.

Soweit meine 50 cents.

Jetzt würde ich gerne eine etwas provokante Frage in den Raum werfen: wie entstand eigentlich bei dir konkret das Fundament für die Meinung "Contra Homeschool / Freilernen"?

Als Deutscher kennt man doch ohne entsprechende Recherche nur die Fälle irgendwelcher Fanatiker und ähnlichem, die in der Presse landen? Worauf basiert denn die Annahme, dass man sozial isoliert wird, einseitiger gebildet und all die anderen Ideen. Man kennt ja normal niemanden persönlich, der den Weg gegangen ist.

Warum wird eigentlich immer nach Belegen der Befürworter gefragt, wenn man sich selbst primär auf subjektiv aufgestellte Hypothesen stützt?

Wie du schon richtig zusammenfasst, kenne ich vor allem die Fälle von irgendwelchen Fanatikern. Und jeder dieser Fälle ist einer zu viel. Ich nehme da gerne als Kolletaralschaden in Kauf, das Menschen mit dem Interesse ihre Kinder besser zu bilden das leider nicht dürfen. Wenn ich damit diese religiösen Fanatiker bekämpfe, dann ist mir das ehrlich gesagt Recht.

Im übrigen habe ich hier nicht einmal von den Befürwortern Belege gefordert, denn ich habe gerade selbst nicht die Zeit meine Annahmen mit Belegen zu stützen.

Das mit den geforderten Belegen war jetzt auch nicht direkt auf deinen Text gemünzt sondern der oft vorgetragenen Forderung wenn man sich als Gegner der Schulpflicht outet.

Und das mit dem Vermeiden der Extremfälle - ich kenn auch religiöse Fanatiker, die in der normalen Schule waren und deren Eltern sie entsprechend geprägt haben. Ganz ehrlich wenn ich so fanatisch bin, was soll mich trotz Schulpflicht daran hindern einfach in ein Land zu gehen, in dem ich meinen Fanatismus ausleben kann. Muss nicht weit weg sein, über die Grenze nach Österreich reicht schon. Oder eines der vielen anderen europäischen Länder mit keine strikten Schulpflicht. De facto dürfte es so wohl eher so sein, dass viele Flüchten und sich damit dem von dir gewünschten Einfluss vollends entziehen.

Hallo,
schade, dass eine Gegendarstellung nicht gewünscht wird.
Auf jeden Fall ist es natürlich devot, seine Fesseln und Ketten so zu lieben. Und die Schulpflicht, die Erziehung des Menschen zu einem guten Staatsbürger durch den Staat ist ja wohl die erste Fessel.
Denn wer nicht mehr frei denken kann, der kann auch nicht mehr frei handeln. Und dieser Blogbeitrag ist ein guter Beweis dafür. Ohne Quellenangaben, ohne Suche nach Gegendarstellungen wird hier der allgemein vom Staat verkündete Salmon über die tollen Seiten der Schulpflicht wiedergekäut.
Unter Anerkennung, dass es natürlich "Kollateralschaden" gäbe (Kinder die leiden, keine Bildung) und alles unter der Doktrin: Wir alle müssen das gleiche denken. Denn sonst kämen "Die Fanatiker". Wiederum hier ist kein Beispiel zitiert - und es ist auch kein Mengenverhältnis angegeben. Einziger "Grund": Der Lehrplan wird uns beschützen.
Hier mal eines der Beispiele für die Kollateralschäden:
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Die Idee, dass Schule Kindern aus bildungsfernen oder ökonomisch benachteiligten Schichten zu Gute kommt ist schlichtweg falsch. Insbesondere diese Kinder werden strukturell massiv benachteiligt. Das bedeutet also, je geringer Dein eigenes Bildungsniveau ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für eine hohe Bildung (für Dein Kind) *ohne Schule*. Dieses Phänomen ist seit Jahrzehnten bekannt und belegt, deswegen werden jedes Jahr Millionen investiert um diesem Effekt entgegen zu steuern. Alle erfolglos. Jedes der Programme verschärfte bis jetzt nur diesen "Gap". Besonders in den USA, wo die Unterschiede zwischen Arm/Reich noch mal durch die Hautfarbe multipliziert werden verlassen gerade ökonomisch schwache Schwarze am stärksten das System Schule und bilden (unter Anleitung) kleine Lerngruppen für ihre Kinder.
So lange sich Eltern für ihre Kinder interessieren ist Schule - insbesondere für bildungsferne und ökonomisch schwache Familien - die schlechteste Wahl.
Bildung ohne Schule ist dort der Schlüssel zu höherer und sinnvoller Bildung.
Dieses Wissen aber in die ökonomisch Schwachen und bildungsfernen Kreise zu bringen ist die größte Herausforderung. Denn das sind genau die, die sich von Schule den größten Nutzen versprechen und das System Schule und seine innere Mechanik am wenigsten verstehen.
Es tut weh mit ansehen zu müssen, wie genau diese Menschen hoffnungsvoll und voller Erwartungen millionenfach in das offene Messer rennen.
.......................
Und noch zwei Videos, die sich jeder der auch nur über dieses Thema nachdenken will anschauen sollte:
"Homeschooling - I believe - is the future of innovative education"
https://www.youtube.com/watch?v=mummj4SwpU0

und eine Studie über Homeschooling:
https://www.youtube.com/watch?v=AGp4KFLuQNc

und bitte darauf achten, ob die "Privilegierten" das machen oder eher die, die für ihre Kinder einstehen.

Hallo,

natürlich ist eine Gegendarstellung gewünscht, gerne hier in den Kommentaren, aber sicherlich nicht als Gastbeitrag. Dafür müsste ich schon grundlegend überzeugt sein. 

Ich fühle mich durch den Staat ganz sicher nicht gefesselt, im Gegenteil sehe ich unser Staatswesen als eine der größten Erungenschaften der Zivilisation an. "Der Staat" ist auch kein abstraktes Wesen, der Staat sind wir. "Der Staat" verkündet auch keine Vorteile der Schulpflicht. Ich habe hier lediglich meine Gedanken zur Schulpflicht niedersgeschrieben, ohne Anspruch darauf mit Quellen belegt zu sein, und auch ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Soviel vorweg. Ich bleibe dabei, dass es unsere Aufgabe sein muss das Schulsystem so zu verbessern, dass die von dir angesprochenen sozialen Unterschiede nicht mehr ausschlaggebend für Bildungserfolg sind. Ich bin aber zuversichtlich dass wir das Problem innerhalb weniger Generationen in den Griff bekommen werden.

Kleine unter Anleitung gebildete Lerngruppen sind nur eine Möglichkeit und müssen nicht zwangsläufig ausserhalb des Systems Schule stehen. Wer für seine Kinder einsteht muss doch schon privilegiert sein, weil er wissen muss was gut für seine Kinder ist, und selbst das zu beurteilen ist nicht trivial, wie du schon selbst bemerkst. 

Ich verstehe nicht, woher diese krasse Ablehnung des "Staats" als abstraktes Etwas kommt, obwohl wir alle mündige Bürger und Teile dieses Kontrukts sind. "Der Staat", das sind wir!

Hallo Vadder,

hier ist noch ein interessanter Artikel:
http://dailysignal.com/2014/09/08/one-state-children-homeschool-attend-p...

Es gibt also den ersten Bundesstaat (in den USA) in dem die Anzahl Homeschooler höher ist als die Anzahl der Kinder in Privatschulen.
Der Punkt und die traurige Wahrheit ist: Schulen - also die mit Anwesenheitszwang und aus Beton - sind total überholt. Wir leben im digitalen Zeitalter. Wir leben im Zeitalter der Bürgergesellschaft.
Aber es ist doch OK, wenn das Bildungssystem so alle 300 Jahre mal gegen was Besseres ausgetauscht wird ;)

Hallo Vadder,

ich weiß jetzt nicht wer Dich niedergeschrien hat. Es gibt halt Studien über das Thema. Und es gibt Studien über Schule. Und so sehr man die Schule auch verteidigen will, die Studien gehen in die andere Richtung.

Hier ist eine Übersicht über alle möglichen Studien, wenn Dich das Thema als Wissenschaftler wirklich interessiert.
http://www.othereducation.org/index.php/OE/article/view/10/55

Angst und Abwehrverhalten sind die schlimmsten Feinde von wissenschaftlicher Neugier.

Ich möchte darauf hinweisen, dass der Eintrag auf den du dich vermutlich beziehst nicht von mir war. Einträge von mir als Autor erkennst du hier auf dem Blog immer an grauer Hinterlegung. 

Studien sind erst einmal einge gute Sache, für die abschliessende Beurteilung würde ich mir aber mehr Zeit nehmen als ich zur Zeit habe, denn eine Studie an sich muss natürlich immer darauf überprüft werden, welche Methoden angewandt wurden und wie aussagekräftig die Ergebnisse sind.

Trotzdem danke für den Link.

Eine Website macht keine Wissenschaft. Habe eben kurz mal die Meta-Suchmaschine meiner UniBib abgeworfen. Beim Überfliegen der Abstracts kann ich diese "wir sind sooo viel besser und es ist belegt " Einstellung nicht teilen. Das ist Quark und wohl auch der Grund warum du hier auf thematisch festgelegte Webseiten als Quelle und nicht auf wissenschaftliche Journale verweisen musst.

Nur damit du keinen falschen Eindruck über Studien gewinnst: Regretting Motherhood basiert auf 23 Frauen. Das sind qualitative Studien ohne quantitative Aussagen. So wie einige eurer "so called" wissenschaften Belege.

Das muss auch niemand außerhalb der Uni wirklich wissen, aber wenn du schon auf der wissenschaftlichen Ebene unterwegs bist, dann mach dir doch bitte die Mühe wenigstens die Grundzüge zu verstehen. Umberto Eco hat ein tolles Buch zu wissenschaftlichem Arbeiten geschrieben. Das steht in jeder staatlichen Bib herum und führt in die Thematik ein. Niemand muss Naturphilosophie studiert haben um Studien grundlegend zu beurteilen. Den eigenen Kopf ausschalten und Behauptungen ungefragt zu übernehmen hat nichts mit Wissenschaft zu tun. Das ist das Reich der Esoterik und hat mit Glauben zu tun. Diskussionen können wir uns auf so einer subjektiven Ebene sparen.

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